
Der Roman „Und die Welt, sie fliegt hoch“ von Sarah Jäger ist 2024 im Rotfuchs Verlag erschienen. Er hat 272 Seiten und eignet sich für Kinder ab 12 Jahren.
Das Buch handelt von Ava und Juri. Sie waren beide in derselben Grundschulklasse, hatten seitdem aber keinen Kontakt mehr.
„Wenn du Juri bist, dann waren wir
zusammen in der Grundschule.“
In der zweiten Hälfte der Sommerferien schickt Ava Juri plötzlich eine Sprachnachricht, weil sie Hausarrest hat und ihr deshalb langweilig ist. Beim Aufräumen hat sie einen Zettel mit Juris Handynummer gefunden und ihn daraufhin kontaktiert.
„Ich hab gerade einen Zettel gefunden. Beim Aufräumen.
Und da standen die Nummer und dein Name drauf.“
Die zwei beginnen, sich zu unterhalten und es wird klar, dass beide zu Hause sitzen und nicht wie andere ihre Ferien im Freibad oder in der Eisdiele verbringen. Bei Ava wegen ihres Hausarrests, bei Juri allerdings aus einem anderen Grund: Er traut sich nicht, unter Leute zu gehen und sein Zimmer ist der einzige Ort, an dem er sich sicher fühlt.
„Und dann denke ich […]
an mich
der sich an manchen Tagen nicht auf die Straße traut
Und ich
schäme mich so für meine Angst.“
Nach und nach öffnet er sich Ava gegenüber und erzählt ihr von seinen Ängsten…
Ich finde das Buch ganz gut.
Das schlichte Cover gefällt mir sehr gut und hat mich persönlich sofort angesprochen.
Dass der gesamte Roman in Form von Kurznachrichten geschrieben ist, finde ich eine interessante Idee, die der heutigen Generation sehr angemessen ist. Auch die Figuren gefallen mir sehr gut. Einmal ist da Ava, die Juri gegenüber sofort sehr offen ist, das sagt, was sie denkt und das Gespräch am Laufen hält. Juri dagegen ist anfangs sehr zurückhaltend und ihn strengt Avas ständiges Geplappere an, nach und nach lässt er sich allerdings auf sie ein und vertraut sich ihr an. Dadurch, dass die beiden so unterschiedlich sind, ist es sehr spannend, die Entwicklung ihrer Nachrichten mitzuverfolgen und auch zu sehen, wie sich Juri nach und nach öffnet und immer mehr über sich preisgibt.
Was mich sehr stark an dem Roman stört, sind die Illustrationen, die mir persönlich überhaupt nicht gefallen. Die Idee dahinter finde ich eigentlich ganz schön: Auf der linken Seite (Avas Seite der Nachrichten) findet sich ein Vogel, da sie sich bei einem Kostümfest in der dritten Klasse so verkleidet hat, auf der rechten Seite (Juris Seite) dagegen ein Astronaut oder eine mit dem Weltraum verbundene Zeichnung, weil er sich als Astronaut verkleidet hat. Die Illustrationen selbst finde ich aber nicht sehr gelungen, weshalb ich das Buch auch fast nicht gelesen hätte.
Dass der Roman ab 12 Jahren empfohlen ist, hat mich sehr überrascht. Die Illustrationen wirken für mich zwar eher kindlich, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob Text und Inhalt des Buches für Jüngere wirklich interessant sind.
Insgesamt empfehle ich „Und die Welt, sie fliegt hoch“ dennoch weiter.