
Der Roman „Und du kommst auch drin vor“ von Alina Bronsky ist 2017 in der dtv Verlagsgesellschaft erschienen. Er hat 190 Seiten und eignet sich für Kinder ab 12 Jahren.
Das Buch handelt von der vierzehnjährigen Kim und ihrer Freundin Petrowna. Die beiden sind seit der ersten Klasse befreundet und inzwischen unzertrennlich.
„Petrowna ist meine beste Freundin seit der Grundschule. Wir sitzen seit dem ersten Schultag nebeneinander.“ (S. 6)
Kim lebt mit ihrer Mutter zusammen, der es nach der Scheidung von Kims Vater allerdings ziemlich schlecht geht und die sich nicht sonderlich gut um Kim kümmern kann.
„Mein Vater war vor zwei Monaten ausgezogen […] Immerhin hatte er mir die Adresse gegeben und gesagt, ich dürfe jederzeit vorbeikommen.“ (S. 25)
Petrowna lebt mit einer großen Familie in einer kleinen Wohnung. Ihr Zimmer muss sie sich mit mehreren Brüdern teilen, die regelmäßig ihre Schulbücher zerstören.
„Ich habe […] nie genau verstanden, wie viele Geschwister Petrowna hat, weil ich bei all ihren Brüdern und Cousins durcheinanderkomme.“ (S. 38)
Während Petrowna sehr gut in der Schule ist, obwohl sie von zu Hause kaum Unterstützung bekommt, interessiert Kim der Unterricht überhaupt nicht. Petrowna hilft ihr aber oft bei Hausaufgaben und Referaten.
„Petrowna war zwei Jahre lang Klassensprecherin und lässt mich oft abschreiben.“ (S. 7)
Kims Desinteresse verfliegt jedoch schlagartig, als ihre Klasse zu einer Lesung von der Autorin Leah Eriksson geht, die aus ihrem Buch „Dinge, die du nie erfährst“ vorliest. Denn alles, was Kim dort hört, trifft auf ihr Leben zu. Und sie hat das Gefühl, dass Leah Eriksson ihre Geschichte geschrieben hat.
„Was diese Leah Eriksson da nuschelte, handelte von mir. Von meiner Familie. Von meinem Leben. Von meinen Gedanken. Es kamen andere Namen drin vor und ein paar unwichtige Details stimmten nicht. Aber der Rest war ich.“ (S. 8)
Und obwohl Kim in ihrem Leben fast kein einziges Buch gelesen hat, geht sie nach der Lesung zu einer Buchhandlung und kauft sich das Buch.
„Neben dem Starbucks gab es in der Tat einen Buchladen, der mir noch nie aufgefallen war. Wir gingen rein und dabei klingelte ein Glöckchen.“ (S. 17)
Doch bald bemerkt Kim, dass die Geschichte nicht gut ausgeht. Denn Jasper, ein Junge aus ihrer Klasse, stirbt an einem Wespenstich. Und das macht Kim natürlich Angst und sie hat das Gefühl, sie müsse seinen Tod verhindern.
„Ich musste mich bloß immer wieder vergewissern, ob er noch da war. Nicht, dass er schon vor seiner Zeit starb.“ (S. 71)
Deshalb beginnt sie mithilfe von Petrowna, ihr Leben völlig zu verändern. Doch hilft Petrowna ihr wirklich…?
Mir gefällt das Buch überhaupt nicht.
Die Idee ist zwar ganz nett, aber meiner Meinung nach nicht gut umgesetzt.
Erst einmal gefällt mir der Schreibstil der Geschichte nicht. Das ganze Buch hört sich eher an wie ein Erstlesebuch und die Sätze sind sehr einfach aufgebaut und nicht sonderlich durchdacht. Es wirkt eher so, als hätte der Verlag Alina Bronsky dazu aufgefordert, ein Buch für Kinder zu schreiben, die nicht gerne lesen. Für jüngere Leser kann ich mir den Schreibstil durchaus vorstellen, zwölfjährige oder ältere Kinder werden sich aber daran stören.
Vieles an der Geschichte hört sich außerdem sehr unvorstellbar an, beispielsweise, dass Kim und Petrowna in die Wohnung der Autorin einbrechen und sie mit einem Computerkabel fesseln. Die Handlung konnte ich deshalb nicht richtig ernst nehmen.
Kim ist mir zudem sehr unsympathisch. Sie kommt als arrogant, egoistisch und kindisch rüber, was erst mal nicht schlimm ist. Mich hat sie im Laufe des Buches aber genervt.
Auch das Ende der Geschichte finde ich etwas missverständlich und undeutlich.
Insgesamt ist „Und du kommst auch drin vor“ sehr enttäuschend und nicht weiterzuempfehlen.