Stefan Beuse: Die Einsamkeit der Astronauten

Der Roman „Die Einsamkeit der Astronauten“ von Stefan Beuse ist 2023 im Carl Hanser Verlag erschienen. Er hat 224 Seiten und eignet sich für Kinder ab 14 Jahren.

Das Buch handelt vom fünfzehnjährigen Jonah, der mit seinen Eltern in einer Gegend lebt, die von der sogenannten CoffeeCompany bewacht wird. Sie regelt den Alltag der Bewohner, erinnert alle daran, wie gut sie es haben und warnt vor der DraußenWelt, in der es nur Krieg und Hass gibt, während in der Gegend, in der Jonah lebt, Liebe sehr wichtig ist. Die CoffeeCompany nennt das LoveCulture.

„‚Wir leben in der LoveCulture, am sichersten Ort der Welt, und die CoffeeCompany tut alles, um uns glücklich zu machen.‘“ (S. 25)

Jonah selbst weiß kaum etwas über die CoffeeCompany und auch die anderen Bewohner machen sich keine Gedanken, woher sie überhaupt kommt.

„Weil mir nämlich plötzlich auffällt, dass ich gar nicht so viel über sie weiß. Die CoffeeCompany war irgendwie immer schon da, wie Bäume oder das Wetter oder all das andere, von dem keiner mehr wissen will, woher es ursprünglich kommt.“ (S. 22)

Eines Tages kommt eine neue Schülerin in Jonahs Klasse – Lia. Sie fällt ihm sofort auf, weil sie sich ganz anders kleidet als die anderen.

„Dass Lia anders war, sah man auf den ersten Blick […] Sie hatte Klamotten an, die angeblich nur die Verrückten tragen, so halb fledderig, halb selbst gemacht.“ (S. 14)

Und auch in anderen Dingen ähnelt sie den Bewohnern der Gegend überhaupt nicht. Denn sie trinkt nicht den Kaffee der CoffeeCompany, das einzige Getränk, das man zu sich nehmen darf und verzichtet auf die Pillen, die alle einnehmen, über die aber nie jemand spricht. Stattdessen trinkt sie Leitungswasser, von dem die CoffeeCompany behauptet, es sei giftig. Und sogar den Wald, vor dem die CoffeeCompany alle Bewohner warnt, betritt sie.

„‚Trink Leitungswasser‘, hat Lia gesagt. ‚Das ist eine ihrer Lügen, dass man das Wasser nicht trinken darf.‘“ (S. 65/66)

Weil Lia auf dem Platz neben Jonah sitzt, kommen die zwei schon bald ins Gespräch und werden Freunde. Und Lia redet oft mit Jonah über ihre Zweifel an der CoffeeCompany.

„In den letzten Tagen hat Lia mir Dinge gezeigt, die ihrer Meinung nach beweisen, dass uns die CoffeeCompany manipulieren will.“ (S. 46)

Für Jonah klingt alles, was Lia herausfindet, richtig. Und er beginnt auch, Leitungswasser zu trinken, seine Pillen nicht mehr zu nehmen und sogar an den MorningCalls der CoffeeCompany nicht mehr teilzunehmen.

„Plötzlich stelle ich mir Fragen, die ich mir nie gestellt hätte. Fragen wie: Was ist da, wo die CoffeeCompany nicht ist? Ist der Wald wirklich gefährlich? […] Warum will uns die CoffeeCompany von dort fernhalten?“ (S. 51)

Eines Tages ist Lia aber plötzlich verschwunden. Und Jonah möchte sie um jeden Preis wiedersehen…

Mir gefällt der Roman nicht gut.

Der Einband hat mich persönlich noch angesprochen und sieht auch sehr spannend aus, die Geschichte hat mich aber enttäuscht.

Ich habe das Buch von Anfang an nicht verstanden und konnte mir überhaupt nichts unter der Geschichte vorstellen. Gegen Ende wird die Handlung noch verwirrender und ich wusste gar nicht mehr, was gerade passiert.

Generell ist das ganze Buch etwas irritierend und unklar und die Handlung macht für mich keinen Sinn.

Stefan Beuse hat den Roman zwar in der Absicht geschrieben, eine Art Gedankenexperiment zu starten und die Wahrheit zu hinterfragen, mir hat es allerdings überhaupt nicht gefallen.

Insgesamt empfehle ich „Die Einsamkeit der Astronauten“ nicht weiter.

Ein Kommentar zu “Stefan Beuse: Die Einsamkeit der Astronauten

  1. Ich habe mich gefragt, was der Autor beim Schreiben geraucht hat!

    Zunächst geht es ja ganz behäbig los mit einer gängigen Kritik an einem totalitären System. Nichts weltbewegend Neues, so und so ähnlich auch anderswo zu lesen. Aber dann driftet die Geschichte komplett ab. Erst dachte ich, da kommt jetzt ein intelligent gelöster Schritt auf eine andere Bedeutungsebene, aber so sehr ich mich auch bemüht habe, Sinn darin zu erkennen, es war einfach nur ein beliebiges Aneinanderreihen von Versatzstücken aus Fantasy-Welten. War das Absicht? Hat sich der Autor irgendwas dabei gedacht? Oder hat er seine Leser nur verarscht? So fühle ich mich jedenfalls…

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