Karen M. McManus: One of us is lying

Der Roman „One of us is lying“ von Karen M. McManus ist 2018 in deutscher Übersetzung im cbj Kinder – und Jugendbuchverlag erschienen. Er hat 441 Seiten und eignet sich für Kinder ab 14 Jahren.

Das Buch handelt von fünf Schülern der Bayview High: Bronwyn, Addy, Nate, Cooper und Simon, die gemeinsam nachsitzen müssen, weil ihr Chemielehrer Mr Avery Handys in ihren Schultaschen gefunden hat.

„Mr Avery […] verfolgt eine harte ‚Handys bleiben draußen‘-Politik und verbringt die ersten zehn Minuten jeder Stunde damit, Rucksäcke zu filzen, als wäre er der Chef der Flughafensicherheitskontrolle […]“ (S. 12)

Allerdings behaupten alle fünf, dass sie ihre Handys gar nicht dabei gehabt hätten und ihnen vermutlich jemand einen Streich spielen wollte, indem er ihnen ein fremdes Handy in die Tasche geschmuggelt hat.

„‚[…] wenn uns allen das Gleiche passiert ist, kann das nur auf dem Mist von irgendeinem dämlichen Scherzkeks gewachsen sein.‘“ (S. 13/14)

Mr Avery hält nicht viel von diesen Vermutungen und die Schüler müssen daher einen Strafaufsatz schreiben. Weit kommen sie aber nicht, weil schon nach wenigen Minuten zwei Autos auf dem Schulparkplatz zusammenstoßen, sodass alle zum Fenster rennen.

„[…] bevor er etwas sagen kann, dringt von draußen Reifenquietschen zu uns herein, gefolgt von einem lauten metallischen Krachen.“ (S. 17)

Mr Avery rennt sofort nach draußen, um zu Hilfe zu eilen. Als er aus dem Raum ist, nimmt sich Simon einen Becher und füllt ihn am Wasserhahn auf, weil er Durst hat. Doch nachdem er aus dem Becher getrunken hat, fällt er plötzlich auf den Boden und bekommt keine Luft mehr.

„Seine Augen treten ihm aus dem Kopf, die Lippen sind blau angelaufen und er gibt grauenhafte Erstickungsgeräusche von sich.“ (S. 21)

Nate beginnt sofort, Simons Adrenalin-Pen zu suchen, den er wegen seiner Erdnussallergie immer dabei hat, kann ihn aber nicht finden. Und auch im Krankenzimmer kann Cooper keine Pens entdecken. Währenddessen hat Bronwyn bereits den Krankenwagen gerufen.

„Ich komme gleichzeitig mit den blau gekleideten Rettungssanitätern im Chemiesaal an. Sie sind zu dritt, zwei von ihnen schieben eine weiße Rollbahre, der andere rast vorneweg, um die kleine Menge Schaulustiger zur Seite zu schieben […]“ (S. 24)

Simon wird sofort ins Krankenhaus gebracht, überlebt den allergischen Schock aber nicht.

„[…] unglücklicherweise war es bereits zu spät, um Simon noch zu helfen. Er starb kurz nach seiner Ankunft im Krankenhaus.“ (S. 39)

Die Polizei beginnt sofort zu ermitteln und findet schließlich heraus, dass in dem Becher, aus dem Simon getrunken hat, Erdnussöl war.

„‚In dem Becher wurden Spuren von Erdnussöl gefunden, es scheint also auf der Hand zu liegen, dass Simon daran gestorben ist. Wir versuchen herauszufinden, wie das Öl in seinen Becher gelangen konnte.“ (S. 49)

Sofort stellt sich also die Frage, wer Simon töten wollte. Und die vier Hauptverdächtigen sind Bronwyn, Addy, Nate und Cooper…

Mir gefällt das Buch nicht so gut.

Insgesamt ist die Geschichte wirklich spannend, weil man als Leser natürlich wissen möchte, wer der Täter war. Obwohl das Buch relativ dick ist, habe ich es persönlich sehr schnell gelesen und konnte bald nicht mehr aufhören.

Spannend ist der Roman auch, weil alle vier Verdächtigen sehr unterschiedlich sind. Bronwyn ist eine sehr gute Schülerin und möchte in Yale studieren, Addy ist die Schulschönheit, Cooper ist sehr erfolgreich im Baseball und Nate dealt mit Drogen und lebt alleine mit seinem alkoholsüchtigen Vater. Als Leser hat man also schnell eigene Vermutungen, wer der Täter sein könnte.

Auch der ständige Perspektivwechsel gefällt mir gut. Abwechselnd wird aus der Sicht von Bronwyn, Addy, Nate und Cooper erzählt, sodass man sich in alle vier Schüler gut hineinversetzen kann.

Was mir an dem Roman überhaupt nicht gefällt, ist die typische Highschool-Umgebung, die nur auf Klischees reduziert ist.

Und auch die Schreibweise ist sehr einfach gehalten und nichts Besonderes, was mich persönlich nicht sonderlich angesprochen hat.

Insgesamt empfehle ich „One of us is lying“ nicht weiter, kann mir aber vorstellen, dass vielen das Buch trotzdem gefällt.

Ein Kommentar zu “Karen M. McManus: One of us is lying

  1. Das Lustige ist, dass in all diesen amerikanischen Highschool-Romanen immer ein Mädchen dabei ist, dessen Haare nach Apfel-Shampoo riechen, was bei den Jungs total gut ankommt. Das scheint so ein Klischee zu sein, das sich in den Köpfen der Schriftsteller festgesetzt hat. Ein enormer Erfolg der Werbeindustrie! Mich wundert es aber, dass dieses Klischee heute immer noch durch die Bücher geistert. Für mich ist Apfel-Shampoo sowas von 80er Jahre! Oder ist das jetzt wieder ‚in‘ geworden?

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