Nils Mohl: Engel der letzten Nacht

Der Roman „Engel der letzten Nacht“ von Nils Mohl ist 2025 im Rotfuchs Verlag erschienen. Er hat 224 Seiten und eignet sich für Jugendliche ab 14 Jahren.

Das Buch handelt von dem siebzehnjährigen Kester Schwarz, der gerade sein Abitur bestanden hat – und das als Jahrgangsbester. Während seine Freunde glücklich über das Ende der Schulzeit sind, freut sich Kester nicht wirklich und weiß nicht, was er mit seinem Leben anfangen will.

„Ich kann mich nicht erinnern, jemals das Ende der Schulzeit herbeigesehnt zu haben. Und wieso hätte ich am Ende vom Jubelgefühl durchdrungen sein sollen? […] Bester bin ich ja sowieso schon immer gewesen […]“ (S. 34)

Bei der Abschlussfeier seiner Klasse am Strand ist Kester mit dabei. Als er mit seiner besten Freundin Blanka und einigen anderen am Lagerfeuer sitzt, bricht eine Diskussion aus, wie die Nacht der Nächte aussehen könnte. Kester ist der Meinung, man müsse in dieser Nacht sterben, um sicherzustellen, dass es wirklich die Nacht aller Nächte war. Die anderen halten seine Idee allerdings eher für verrückt.

„Rein logisch darf es danach keinen Morgen mehr geben. Wer darauf aus ist, die intensivste Lebenserfahrung zu machen, muss bereit sein, wirklich aufs Ganze zu gehen. Die Nacht der Nächte kann nur eine sein: die letzte Nacht.“ (S. 24)

So beschließt Kester, diese Nacht zu seiner Nacht der Nächte zu machen und verlässt heimlich den Strand. Sein Plan ist es, mit dem Auto von Blanka nach Hamburg zu einem Club in der Nähe der Reeperbahn zu fahren und dort die Nacht aller Nächte zu erleben.

Doch da weiß Kester noch nicht, wem er alles begegnen wird…

Mir gefällt der Roman sehr gut.

Das Cover finde ich persönlich sehr schön und gegen Ende des Buches erfährt man auch, was es mit dem Bild darauf auf sich hat. Auch der Titel ist passend.

Am Anfang wird man sofort in die Geschichte hineingeworfen, hat aber trotzdem keine Probleme, sich darin zurechtzufinden.

Kesters Nacht aller Nächte wird in drei unterschiedlichen Versionen erzählt. Als Leser bleiben einem schon am Anfang des Buches viele Fragen offen und jeder muss für sich entscheiden, wie er die Geschichte deutet. Mich persönlich hat das aber überhaupt nicht gestört und ich denke, diese unterschiedlichen Auffassungsmöglichkeiten machen den Roman erst so besonders.

Auch die Menschen, die Kester in Hamburg trifft, sind sehr interessant. Mir gefallen diese Begegnungen wirklich gut, besonders, weil alle Menschen so ungewöhnlich sind.

Das Ende des Romans kann man als Leser ebenfalls unterschiedlich auffassen. Die Botschaft, die hinter dem Buch steckt, finde ich aber auf jeden Fall sehr schön.

Generell ist der Roman einfach sehr durchdacht und man merkt, dass Nils Mohl wirklich weiß, was er tut (im Gegensatz zu manchen anderen Autoren).

Auch, wenn man das Buch mehrmals liest, fallen einem sicher immer wieder neue Dinge und raffinierte Anspielungen des Autors auf. Besonders lustig finde ich, dass sich Nils Mohl indirekt selber im Roman beschrieben hat!

Insgesamt empfehle ich „Engel der letzten Nacht“ also auf jeden Fall weiter.

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