Sarah Welk: FREI – Bester Sommer

Der Roman „FREI – Bester Sommer“ von Sarah Welk ist 2025 im arsEdition Verlag erschienen. Er hat 267 Seiten und eignet sich für Kinder ab 12 Jahren.

Das Buch handelt von dem vierzehnjährigen Joshua. Seine Mutter ist Künstlerin und immer auf der Suche nach neuer Inspiration, weshalb die Familie oft umziehen muss. So hat Joshua schon in insgesamt elf Städten gelebt.

„Meine Mutter und Sally und ich fahren eigentlich ständig zu neuen Häusern […] Neapel, Wien, Berlin, Hamburg, wieder Neapel, Dortmund, Kiel, Köln, wieder Berlin, Köln, noch mal Hamburg.“ (S. 6)

Daher ist es Joshua gewohnt, nie lange an einem Ort zu bleiben und keine wirklichen Freunde zu haben. Als seine Mutter allerdings verkündet, dass sie in ein Dorf namens Rottloch ziehen will, ist Joshua überhaupt nicht begeistert.

„ROTTLOCH. Wer bitte will in Rottloch wohnen? Also ich schon mal nicht.“ (S. 6)

So langweilig Joshua sein neues Zuhause auch findet; die Schule in Rottloch gefällt ihm. Hier werden alle Lehrer geduzt und in der Schulversammlung können Lehrer und Schüler zusammen über Vorschläge abstimmen. Daher gibt es beispielsweise keine Hausaufgaben und in den Klassenzimmern stehen Sessel, auf die man sich während des Unterrichts setzen kann.

„Die ganze Schule […] die ist einfach … keine Ahnung, was die ist. Total abgedreht. Also auch cool. Aber wirklich krass.“ (S. 50)

Und auf Joshua warten noch mehr Überraschungen: Es soll eine Projektwoche geben, in der die Schüler in kleinen Gruppen fünf Tage im Wald verbringen müssen – und das ganz ohne ihre Handys.

„Wir. Leben. Allein. Im. Wald. Mit Übernachten und allem Piff und Paff, wie Hänsel und Gretel, nur ohne Hexe. Also vermutlich ohne Hexe, sag ich mal.“ (S. 50)

Joshua ist sehr gespannt und freut sich, seiner Mutter für eine Woche mal aus dem Weg gehen zu können. Und auch mit der Gruppeneinteilung ist er zufrieden, denn in seiner Gruppe befindet sich Nina, ein Mädchen, das er an seinem ersten Tag in Rottloch kennengelernt hat.

Krass. Nina ist in meiner Gruppe. Wir gehen in den Wald. Und wir sind Tag und Nacht zusammen.“ (S. 53)

Am Montagmorgen geht es dann schließlich los und Joshua und seine Gruppe machen sich auf den Weg, um ihr erstes Camp zu finden, das auf der Karte eingezeichnet ist. Doch gleich zu Beginn finden die fünf Jugendlichen im Wald ein Messer, das nicht so aussieht, als würde es schon länger auf dem Boden liegen.

„Wer verliert denn im Wald ein Kampfmesser? Und dann auch noch an so einer verborgenen Stelle? Und vor allem: Wo ist diese Person eigentlich jetzt?“ (S. 101)

Und dann ist da ja auch noch Koray in Joshuas Gruppe, ein neuer Schüler, der angeblich aus Dubai kommt und sich manchmal sehr seltsam verhält…

Ich finde den Roman ganz gut.

Da ich beim Kauf angenommen habe, dass das Buch für ältere Jugendliche geeignet ist, war ich während des Lesens zunächst etwas verwundert. Schließlich habe ich aber erfahren, dass das Buch für Kinder ab 12 Jahren gedacht ist, was ich persönlich auch so empfunden habe.

Der Schreibstil wirkt sehr einfach und ist gut zu verstehen. Auffällig ist, dass die Geschichte so erzählt ist, wie ein vierzehnjähriger Jugendlicher wirklich reden würde. Meiner Meinung nach ist der Autorin dies auch sehr gut gelungen, sodass man sich als Leser gut in Joshua hineinversetzen und seine Gefühle verstehen kann. An vielen Stellen habe ich diesen Erzählstil allerdings als nervig empfunden, da er auf mich eher aufgezwungen und dadurch nicht mehr so locker gewirkt hat.

Mich persönlich hat die Geschichte manchmal auch etwas gelangweilt, das liegt aber hauptsächlich daran, dass das Buch wie gesagt eher für Jüngere geeignet ist.

Das Cover finde ich ganz schön, der Titel passt meiner Meinung nach aber nicht so ganz zum Inhalt, da ich beim Lesen weder den Eindruck hatte, dass die Schüler frei sind, noch, dass sie den besten Sommer erleben.

Insgesamt empfehle ich „FREI – Bester Sommer“ weiter, älteren Menschen wird das Buch aber sehr wahrscheinlich nicht ganz so gut gefallen.

Hinterlasse einen Kommentar