Lauren Wolk: Der Sommer, in dem der Blitz mich traf

Der Roman „Der Sommer, in dem der Blitz mich traf“ von Lauren Wolk ist 2025 in deutscher Übersetzung im Carl Hanser Verlag erschienen. Er hat 300 Seiten und eignet sich für Kinder ab 12 Jahren.

Das Buch handelt von einem Mädchen namens Annabelle. Sie wohnt gemeinsam mit ihren Eltern und ihren beiden kleinen Brüdern Henry und James im Jahr 1944 auf einer Farm in West-Pennsylvania. Annabelle hat gerade Sommerferien, hat Zuhause aber trotzdem viel zu tun, weil sie ihrer Mutter beim Kochen und der Hausarbeit hilft.

„Der Juni war ein seltsamer Monat: Die großen Ferien hatten begonnen, sodass ich auf einmal viele freie Stunden gehabt hätte, aber dafür fiel auf der Farm so viel Arbeit an, dass ich mehr als sonst zu tun hatte.“ (S. 10)

Eines Tages geht Annabelle in die Schule, um ihrer Lehrerin Mrs. Taylor zu helfen, die Klassenzimmer zu putzen. Als ein Gewitter aufzieht, macht sich Annabelle schnell wieder auf den Heimweg, allerdings ist das Gewitter schneller als sie gedacht hat und kurz vor der Farm wird sie von einem Blitz getroffen.

„In Sekundenschnelle stachen all diese Wespen gleichzeitig zu, in jedem Zoll meines Körpers, innen wie außen, und alles, was ich spürte, waren der glühende Schmerz in meinem Kopf, das Gefühl einer schrecklichen Hitze, eine klaffende Leere in meiner Brust […]“ (S. 18)

Als Annabelle wieder aufwacht, befindet sie sich im Haus. Sie fühlt sich zwar noch etwas benommen, hat aber im Großen und Ganzen sehr viel Glück gehabt. Auch Doktor Peck ist sich ziemlich sicher, dass bei Annabelle keine bleibenden Schäden zurückbleiben. Allerdings entdeckt Annabelle auf ihrer Brust große blaue Flecken. Sie vermutet, dass jemand ihr Herz wieder zum Schlagen gebracht hat, während sie vor dem Haus lag, und sie dann dort zurückgelassen hat.

„‚Der Blitz hat mich umgeworfen, und ich war bewusstlos. Als ich wieder aufwachte, hat jemand auf meine Brust eingehämmert. Er hat aufgehört, als ich die Augen aufmachte.‘“ (S. 29)

Und noch eine Sache fällt Annabelle auf: Seitdem sie der Blitz getroffen hat, nimmt sie die Welt um sich herum ganz anders wahr; alles ist lauter und wirkt bunter und kräftiger. Am außergewöhnlichsten ist allerdings, dass Annabelle das Gefühl hat, Tiere, und besonders Hunde, zu verstehen.

„‚[…] ich kann, wie soll ich sagen, ich kann Hunde verstehen. Und andere Tiere auch.‘“ (S. 120)

Annabelles Gabe erweist sich schon bald als sehr nützlich. Denn nicht nur Henrys Hund Buster ist verschwunden, sondern auch ein Hund namens Zeus, der einem gewissen Mr. Graf gehört. Und auch der Hund von Andy, einem Nachbarsjungen, mit dem Annabelle in der Vergangenheit einige Probleme hatte, ist seit mehreren Monaten verschwunden.

So macht sich Annabelle auf die Suche und hat schon bald einen Verdacht. Denn auf der Ladefläche des Autos von Mr. Edelman, einem Nachbar von Annabelles Familie, hat sie einen Käfig gesehen…

Mir gefällt der Roman ganz gut.

Als ich das Buch gekauft habe, wusste ich nicht, dass es eher für jüngere Kinder ab 12 Jahren gedacht ist, was sich beim Lesen aber schnell von alleine herausgestellt hat.

Das Titelbild hat mich sehr angesprochen und auch die Umgebung, in dem die Geschichte spielt, hat mich an ein anderes Buch von Lauren Wolk („Echo Mountain“) erinnert.

Das Buch ist in relativ einfacher Sprache verfasst, sodass man der Handlung gut folgen kann. Die Geschichte ist definitiv sehr spannend und als Leser wird man lange auf die Folter gespannt, bis man erfährt, was es mit dem Verschwinden der Hunde auf sich hat. Mir persönlich hat das während des Lesens sehr gut gefallen, da die Geschichte sonst etwas langweilig gewesen wäre.

Das Ende des Romans kommt eher überraschend und ist auch nicht besonders realistisch, gefällt mir aber trotzdem gut.

Besonders schön finde ich die Beschreibungen der Natur und der Gegend, in der Annabelle lebt. Auch die Arbeit auf der Farm ist man als Stadtmensch natürlich nicht so gewohnt und daher ist es interessant darüber zu lesen. 🙂

Insgesamt empfehle ich „Der Sommer, in dem der Blitz mich traf“ eher jungen Lesern weiter.

Hinterlasse einen Kommentar