Holly Jackson: A Good Girl´s Guide to Murder

Der Roman „A Good Girl´s Guide to Murder“ von Holly Jackson ist 2022 in deutscher Übersetzung im ONE Verlag erschienen. Er hat 480 Seiten und eignet sich für Jugendliche ab 14 Jahren.

Das Buch handelt von der siebzehnjährigen Pippa Fitz-Amobi, genannt Pip, einer Schülerin auf der Little Kilton Grammar School. Für ihr anstehendes Schulprojekt namens EPQ, erweiterte Projektqualifizierung, möchte sie sich mit einem Mordfall, der vor fünf Jahren in Little Kilton geschehen ist, beschäftigen. Damals wurde die Schülerin Andie Bell als vermisst gemeldet und jeder ist sich sicher, dass sie von ihrem Freund Sal Singh ermordet wurde. Dieser beging nach seiner Tat Selbstmord.

„Der Vermisstenfall Andie Bell wurde Mitte Juni 2012 vorläufig abgeschlossen. Der Fall konnte nur deshalb ‚vorläufig abgeschlossen‘ werden, weil ‚die vorliegenden Beweise hinreichend Grund für eine Anklage bieten, wäre der Beschuldigte nicht vor Abschluss der Ermittlungen verstorben.‘ Der Fall ‚kann jederzeit neu aufgerollt werden, sollten sich neue Beweise oder Spuren ergeben.‘“ (S. 30)

Pip, die Sal kannte und ihn in guter Erinnerung hat, ist sich allerdings nicht sicher, ob er Andie wirklich ermordet hat, auch, weil ihre Leiche nie gefunden wurde. Deshalb beschließt sie, dem Fall im Rahmen ihres Schulprojekts nachzugehen und bestenfalls Beweise zu finden, warum Sal zu Unrecht zum Mörder verurteilt wurde.

„Ich glaube nicht, dass ich den Fall tatsächlich aufkläre und herausbekomme, wer Andie ermordet hat […] Ich hoffe, dass ich bei meiner Recherche Fakten aufdecken kann, die zu berechtigten Zweifeln an Sals Schuld führen werden und belegen, dass es falsch von der Polizei war, diesen Fall ohne weitere Nachforschungen abzuschließen.“ (S. 13)

Bei einem Interview lernt Pip auch Sals Bruder, den einundzwanzigjährigen Ravi Singh, näher kennen. Dieser lebt mit seinen Eltern noch immer in Little Kilton, obwohl sie von allen im Ort gemieden werden.

„Ihr Zuhause war zu einem Spukhaus geworden. Die Leute gingen schneller, wenn sie dort vorbeimussten […]“ (S. 9)

Nach und nach verstehen sich Pip und Ravi immer besser und beginnen schon bald, zusammen am Fall zu arbeiten, um Sals Unschuld aufzudecken. Besonders Ravi, der in all den Jahren die Hoffnung aufgegeben hat, jemals die Wahrheit zu erfahren, freut sich sehr, Unterstützung bei Pip zu finden.

„‚Du könntest meine Chance sein herauszufinden, was wirklich passiert ist. Ich warte schon so lange auf eine Chance.‘“ (S. 96)

Doch anscheinend sind nicht alle Bewohner von Little Kilton über Pips und Ravis Nachforschungen erfreut. Schon bald bekommt Pip anonyme Drohungen, sie solle sofort aufhören, sich mit dem Fall zu beschäftigen. Wie weit wird Pip gehen?

Mir gefällt der Roman ganz gut.

Das Cover spricht mich persönlich nicht sehr an, ich wollte dem Buch dennoch eine Chance geben.

Anfangs findet man sehr schnell in die Geschichte hinein und wird auch sofort von ihr gefesselt, weil man natürlich unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. Generell ist die Handlung über das gesamte Buch hinweg sehr spannend, sodass man nur schwer mit dem Lesen aufhören kann.

Die Ausschnitte aus Pips Protokoll und ihren Interviews gefallen mir sehr gut, da sie die Geschichte etwas auflockern und Abwechslung hineinbringen. Der Rest des Buches wird aus der dritten Person geschildert. Ich persönlich kann mir vorstellen, dass die Geschichte noch etwas spannender wäre, hätte man aus Pips Ich-Perspektive erzählt, aber auch so war es auf jeden Fall spannend genug.

Auch das Ende ist sehr geschickt gemacht, da man bereits denkt, die Geschichte sei zu Ende, dann aber doch noch einiges passiert. Aber ich will nicht zu viel verraten 😉

Mich persönlich stört es etwas, dass Pip im Roman als das „perfekte“ Mädchen dargestellt wird. Dass sie nicht nur den Fall löst, sondern gleichzeitig auch noch an der Universität Cambridge angenommen wird, ohne wirklich für die Prüfungen gelernt zu haben und dann auch noch mit Ravi zusammenkommt, sodass am Ende alles perfekt wird, ist einfach sehr unwahrscheinlich.

Insgesamt empfehle ich „A Good Girl´s Guide to Murder“ dennoch weiter, da die Geschichte einfach sehr spannend ist.

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