
Der Roman „Cane Warriors. Niemand ist frei, bis alle frei sind“ von Alex Wheatle ist 2023 in deutscher Übersetzung im Antje Kunstmann Verlag erschienen. Er hat 192 Seiten und eignet sich für Kinder ab 12 Jahren.
Das Buch handelt von dem vierzehnjährigen Moa, einem Sklaven, der auf einer Zuckerrohrplantage auf Jamaika arbeitet.
Die Arbeit dort ist sehr hart; Moa leidet nicht nur unter der Sonne, sondern lebt auch in der ständigen Angst, von den Sklaventreibern ausgepeitscht zu werden.
„Ich schaute voraus auf die hellen Halme, die unendlich weit bis zum Horizont reichten. Knapp über dem Hintern tat mir mein Rücken […] weh, meine Handflächen waren hart wie getrockneter Schlamm.“ (S. 16)
Oft träumt Moa von einem Land außerhalb der Plantage, dem sogenannten Traumland, in dem er nicht als Sklave schuften muss. Er setzt es sich als Ziel, dieses Land eines Tages selbst zu sehen.
„Grüne Wiesen, wo Mütter sich nicht schinden müssen und Brüder nicht ausgepeitscht werden […] Eines Tages werde ich mich auf den Weg machen und es mit meinen eigenen Augen sehen. Ja, Moa. Das verspreche ich mir […]“ (S. 14)
Und so zögert Moa auch nicht lange, als er gefragt wird, ob er sich einem geplanten Aufstand einiger Sklaven anschließen möchte, angeführt durch einen Sklaven namens Tacky.
„‚Seine Hand ist stark und er hat´nen schlauen Kopf. Meine Mama sagt, die Götter sind mit ihm. Sie sagt, er ist geboren, um das Böse in die Enge zu treiben.“ (S. 10)
Moas Eltern, die ebenfalls auf der Plantage arbeiten, reagieren sehr verschieden auf seine Entscheidung, sich dem Aufstand anzuschließen. Während Moas Mutter seinen Beschluss unterstützt und für ihn hofft, außerhalb der Plantage ein besseres Leben führen zu können, ist sein Vater strikt gegen den Aufstand und möchte Moa davon abhalten, zu fliehen.
„‚Die legen dich in Ketten. Und bringen dich langsam um, lassen dich in einem Käfig verhungern. Schicken kleine Kinder, damit sie dich anschauen.“ (S. 24)
Doch Moa bleibt bei seiner Entscheidung und lässt sich nicht beirren.
„‚Ich hab mich entschieden […] Ich sterb lieber im Kampf als bei der Arbeit für die Weißen.“ (S. 24/25)
Und Moa schreckt auch nicht zurück, als ihm seine Aufgabe mitgeteilt wird: Er soll zusammen mit seinem Freund Keverton den Aufseher der Plantage, Mister Donaldson, töten, damit die Gruppe fliehen kann.
Doch das ist gar nicht so einfach…
Mir gefällt das Buch sehr gut.
Die gesamte Geschichte ist sehr spannend; man möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht und fiebert mit Moa mit.
Besonders interessant finde ich auch, dass das Buch auf wahren Ereignissen beruht, denn es gab im Jahr 1760 wirklich einen Sklavenaufstand auf Jamaika, der jedoch von zwei Regimentern niedergeschlagen wurde. Der Aufstand führte allerdings zu weiteren Aufständen auf Jamaika, die erst nach Monaten vom britischen Militär beendet werden konnten.
Durch diese wahre Begebenheit der Geschichte habe ich persönlich das Buch nochmal mit anderen Augen gelesen und habe gleichzeitig etwas über die Geschichte der Sklaverei erfahren.
Da mir dieses Thema noch nie in einem Jugendbuch begegnet ist, habe ich mich auch sehr gefreut, mal eine etwas andere Geschichte zu lesen 😀
Ich persönlich würde das Buch nicht für Kinder ab 12 Jahren empfehlen, wie es der Verlag vorgeschlagen hat, und wundere mich auch sehr über diese Einschätzung, da es einige brutale Stellen gibt, die auch mir etwas nahe gegangen sind, weshalb ich mir vorstellen kann, dass das Buch eher nichts für Zwölfjährige ist.
Insgesamt empfehle ich „Cane Warriors. Niemand ist frei, bis alle frei sind“ auf jeden Fall weiter.