
Der Roman „Henny und Ponger“ von Nils Mohl ist 2022 im Mixtvision Verlag erschienen und eignet sich für Kinder ab 14 Jahren.
Das Buch handelt von der Begegnung zwischen Ponger und Henny.
Ponger lebt bei Pörl, einer alten Dame, die ihn in ihrem Wohnwagen gefunden hat. An die Zeit vor ihr oder an seine Eltern kann Ponger sich nicht erinnern.
„Pörl findet ihn in ihrem Caravan, abgemagert, verwahrlost. Den alten Wohnwagen parkt sie während der Wintermonate auf der Parzelle eines Kleingartens.“
Pörl ist auch die einzige Person, bei der es Ponger nicht stört, wenn er von ihr berührt wird. Bei Berührungen anderer Menschen fühlt er sich nämlich sofort unwohl.
„Jedes Mal, wenn ihn jemand berührt, Haut auf Haut, geht er fast in die Luft. Nur bei Pörl nicht […] Pörl gibt ihm Sicherheit.“
Ponger arbeitet in Susis Garage, in der er alte Flipperautomaten repariert. In seiner Arbeit ist er sehr gut und weiß aus irgendeinem Grund immer genau, was an den Automaten getan werden muss.
„‚Der ist ein Naturtalent. Zeichnet Schaltpläne einfach selbst, wenn die uns fehlen. Der erkennt auf einen Blick, wenn irgendwo ein Sockel schief verlötet wurde.‘“
Eines Tages beobachtet Ponger in der S-Bahn ein Mädchen, das ihm sofort auffällt, nicht nur, weil es barfuß ist, sondern auch, weil er sich sofort auf eine besondere Art mit ihr verbunden fühlt.
„Als würde sie eine unsichtbare Verbindung zu ihm, der sie beobachtet, herstellen […] Er hat keine Erklärung dafür.“
Doch plötzlich steht das Mädchen auf, zieht die Notbremse und verlässt den Zug, nachdem es Ponger ein altes Handy in die Tasche gesteckt hat.
„Dann geschieht alles in Bruchteilen von Sekunden, lauter Kleinigkeiten gleichzeitig. Beinah geht deshalb unter, wie sie ihm etwas zusteckt, ein flaches Etwas.“
Ponger beschließt schon bald, nichts mit diesem seltsamen Mädchen zu tun haben zu wollen und schmeißt das Handy in den nächsten Mülleimer.
„Was war das heute? Er […] wirft […] das fremde Telefon eine Straßenecke weiter in einen Mülleimer.“
Doch da weiß Ponger noch nicht, dass er das Mädchen schon bald wiedersehen wird…
Mir gefällt der Roman sehr gut.
Die Geschichte ist spannend und das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen, was unter anderem daran liegt, dass die meisten Sätze sehr kurz sind und manche Satzteile ausgelassen wurden. Interessant finde ich, dass es keine Seitenzahlen, sondern nur nummerierte Kapitel gibt, die sehr kurz, manchmal nur eine Zeile lang sind.
Besonders gut gefallen mir die verschiedenen Personen. Da ist einmal Ponger. Er möchte anfangs nichts von dem Mädchen – Henny – wissen und ist ihr gegenüber sehr skeptisch. Nach und nach wird er aber offener und möchte ihr helfen. Ähnlich geht es auch Henny, die – so viel muss ich verraten – eine Außerirdische ist und nichts von den Gefühlen der menschlichen Wesen hält. Bald muss sie sich aber eingestehen, dass sie sich zu Ponger hingezogen fühlt. So entwickelt sich langsam eine zarte Liebesgeschichte.
Generell finde ich die Idee des Romans sehr interessant und originell. Wer weiß, vielleicht ist man ja selber auch ein Außerirdischer 😉
Insgesamt empfehle ich „Henny und Ponger“ weiter.