
Der Roman „Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance“ von Estelle Laure ist 2016 in deutscher Übersetzung im S. Fischer Verlag erschienen. Er hat 254 Seiten und eignet sich für Kinder ab 14 Jahren.
Das Buch handelt von der siebzehnjährigen Lucille und ihrer kleinen Schwester Wren. Ihr Vater wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, woraufhin ihre Mutter für zwei Wochen wegfährt, um eine Pause vom Alltag zu machen.
„Sie sagte, sie brauche mal eine Pause von allem […] und dass sie vor dem ersten Schultag wieder da sei.“ (S. 7)
Allerdings kommt sie am angekündigten Tag nicht zurück, was Lucille bereits geahnt hat.
„Mom sollte gestern wiederkommen […] Ich habe geahnt, dass sie nicht aufkreuzen würde […]“ (S. 7)
Da Lucille noch nicht alt genug ist, um die Vormundschaft für Wren zu übernehmen, beschließt sie, niemandem zu erzählen, dass sie ohne Eltern leben. Denn sie hat Angst, dass sie von Wren getrennt werden könnte.
„Ich tue, was ich tun muss. Keiner darf uns trennen. Das heißt, so normal wie möglich weitermachen. So tun als ob. Auch wenn nichts weiter weg von normal sein könnte.“ (S. 7)
Doch bald bemerkt Lucille, dass es gar nicht so einfach ist, für Wren zu sorgen, sich um den Haushalt zu kümmern, alle Rechnungen zu bezahlen und in die Schule zu gehen. Und das Geld wird immer knapper…
„In der rechten Hand halte ich ein Bündel Papier. Auf den Seiten stehen Zahlen, Rechnungen. Strom. Öl. Autoversicherung […] Wir brauchen Essen, und Wrenny braucht neue Kleider […]“ (S. 23)
Deshalb beschließt Lucille, sich einen Job zu suchen, und bewirbt sich bei einem Restaurant, von dem sie tatsächlich angenommen wird. Ihre beste Freundin Eden, der sie als Einzigen ihr Geheimnis anvertraut hat, passt in der Zeit, in der Lucille arbeitet, auf Wren auf.
„Falls ich den Job kriege, passt Eden zwei Tage die Woche bei uns auf Wrenny auf, damit ich arbeiten kann. Ihrer Mutter sagt sie, sie würde öfter zum Ballett gehen.“ (S. 42)
Und auch Edens Zwillingsbruder Digby hilft ihr, so gut es geht, und passt zeitweise auf Wren auf, weil Eden das Ballett nicht vernachlässigen darf.
Für Lucille ist das sehr aufregend, denn sie ist schon seit Längerem in Digby verliebt.
„[…] irgendwas hat Digby an sich, das mich völlig durchdrehen lässt. Die Art, wie er sich bewegt, die Art, wie er er ist – raubt mir vollkommen den Verstand.“ (S. 14)
Das Problem daran: Digby hat bereits eine Freundin…
Ich finde den Roman ganz in Ordnung.
Das Cover hat mich sofort angesprochen und war auch der Hauptgrund, weshalb ich das Buch mitgenommen habe.
Die Handlung der Geschichte ist erst einmal nichts „Besonderes“, weil viele Jugendbücher von Problemfamilien handeln. Trotzdem war Lucilles Geschichte sehr erschreckend und hat mich an manchen Stellen etwas mitgenommen. Da merkt man mal wieder, wie gut man es eigentlich in seiner Kindheit hatte.
Ich konnte mich während des Lesens außerdem sehr gut in Lucilles Situation hineinversetzen und ihre Sorgen und Ängste nachvollziehen. Und auch Wrens Sicht fand ich interessant, da sie das Verschwinden ihrer Mutter nochmal ganz anders wahrgenommen hat.
Die Beziehung zwischen Lucille und Digby finde ich persönlich an manchen Stellen etwas dramatisch, das ist aber sicher Geschmackssache.
Insgesamt empfehle ich „Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance“ trotzdem weiter, da ich denke, dass anderen Lesern die Liebesgeschichte gefällt.