Juliane Pickel: Krummer Hund

Der Roman „Krummer Hund“ von Juliane Pickel ist 2021 im Beltz & Gelberg Verlag erschienen. Er hat 259 Seiten und eignet sich für Kinder ab 14 Jahren.

Das Buch handelt von dem fünfzehnjährigen Daniel, der zusammen mit seiner Mutter lebt. Sein Vater hat sie vor fünf Jahren verlassen und die beiden haben nie wieder von ihm gehört. Als Abschiedsgeschenk hat er Daniel seinen Hund, Ozzy, geschenkt.

„Er hat ihn mir geschenkt, kurz bevor er weg ist damals […] Und dann ist er in seinen Schrotthaufen von Auto gestiegen und ist weg, auf Nimmerwiedersehen.“ (S. 6/7)

Seitdem fängt Daniels Mutter ständig neue Beziehungen an, die aber nie lange halten, sodass sie am Ende immer am Boden zerstört ist.

„Er wird immer öfter in der Küche sitzen und auf dem Klo und auf dem Sofa, er wird sonntags da sein und an Weihnachten […] Nach ein paar Wochen wird er aufhören, sie anzusehen, sie erst versetzen und dann betrügen […].“ (S. 8)

Eines Tages wird Ozzy beim Tierarzt eingeschläfert – für Daniel ein schlimmer Moment, denn Ozzy ist das Einzige, was ihn noch an seinen Vater erinnert. Der Tierarzt fragt seine Mutter anschließend, ob sie mit ihm zusammen Essen gehen möchte.

„Nachdem er meinen Hund umgebracht hat, fragt der Typ meine Mutter, ob sie am Abend mit ihm Sushi essen geht.“ (S. 5)

Und es dauert nicht lange, bis der Tierarzt, Thomas König, immer öfter bei Daniel und seiner Mutter zu Hause ist.

„Der Doc ist jetzt ziemlich oft bei uns. Wenn ich ins Bad gehe, treffe ich ihn, er und ich in Unterhose. Wenn ich in die Küche komme, sitzt er manchmal schon da.“ (S. 53)

Was Daniel etwas von Ozzys Tod und dem neuen Freund seiner Mutter ablenkt, ist sein bester Freund Edgar.

„Edgar ist mein bester Freund. Mein einziger, um ehrlich zu sein […] Manchmal hört er mir zu, wie ich mich über meine Mutter auskotzte und über ihre Männer.“ (S. 18)

Zusammen mit Edgar beobachtet Daniel ein Mädchen aus ihrer Klasse: Alina. Alina tut nichts anderes, als die anderen Kinder zu mobben und ist deshalb auch sehr unbeliebt und hat keine Freunde. Daniel und Edgar nennen sie nur „Prinzessin Evil“.

„Sie macht solche Sachen einfach nur zum Spaß. Und niemand kommt gegen den sadistischen Scheiß an. Nicht mal die Lehrer.“ (S. 27)

Als Daniel und Edgar eines Tages auf eine Party eingeladen werden, sehen sie dort Alinas Bruder Pascal, der auf ein Internat geht, weil er auf seiner alten Schule ausgerastet ist. Was genau mit ihm ist, weiß allerdings niemand so genau, denn es gehen verschiedene Gerüchte herum.

„‚Sein neuestes Ding sind Drogen. Der schmeißt sich wohl alles ein, was er in die Finger kriegt. Wäre fast verreckt letztes Jahr. Ist im Wahn auf irgendwelchen Bahngleisen rumgelaufen.‘“ (S. 63)

Am nächsten Morgen erfährt Daniel, dass Pascal in der Nacht der Party überfahren wurde und der Autofahrer ihn einfach auf der Straße liegengelassen hat.

Und plötzlich kommt Daniel ein schlimmer Verdacht…

Mir gefällt der Roman gut.

Von Anfang an ist die Geschichte sehr spannend und sehr vieles wird erst am Ende des Buches klar, weshalb man gar nicht mehr aufhören kann, zu lesen.

Auch die Figur Daniel ist sehr interessant. Anfangs kommt er eher unsympathisch rüber und man kann ihn nicht richtig verstehen, später kann man seine Gefühle aber ziemlich gut nachvollziehen. So ist es auch mit Alina, die sowohl der Leser als auch Daniel im Roman ganz anders kennenlernen, als sie in der Schule erscheint. Die Entwicklung der Figuren kann man also sehr gut mitverfolgen.

Das Ende bleibt etwas offen, was mir persönlich aber gut gefällt und mich beim Lesen auch nicht gestört hat.

Insgesamt empfehle ich „Krummer Hund“ also weiter.

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