David Levithan: Letztendlich sind wir dem Universum egal

Der Roman „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ von David Levithan ist 2014 in deutscher Übersetzung im S. Fischer Verlag erschienen. Er hat 394 Seiten und eignet sich für Kinder ab 14 Jahren.

Das Buch handelt von A, einem sechzehnjährigen Jugendlichen, der jeden Morgen in einem anderen Körper aufwacht.

„Jeden Tag bin ich jemand anders. Ich bin ich – so viel weiß ich – und zugleich jemand anders. Das war schon immer so.“ (S. 7)

A weiß vorher nie, wer er am nächsten Morgen sein wird. Allerdings wechselt er nie den Ort, sondern bleibt immer in Maryland und die Jugendlichen, in der er schlüpft, sind immer so alt wie er.

„Soweit ich das feststellen kann, sind alle, in die ich schlüpfe, so alt wie ich. Ich springe nicht von sechzehn zu sechzig.“ (S. 8)

A versucht immer, das Leben der Person, die er ist, nicht durcheinanderzubringen oder zu verändern. Bis jetzt hat das immer ganz gut funktioniert, doch als A eines Tages in den Körper von Justin gerät, verändert sich alles.

„Heute bin ich Justin. Nein, falsch, bin ich nicht, aber heute heiße ich so und leihe mir für einen Tag Justins Leben aus.“ (S. 7)

In der Schule trifft er Justins Freundin namens Rhiannon, mit der Justin seit mehr als einem Jahr zusammen ist. A bemerkt gleich, dass sie von Justin nicht gut behandelt und oft ignoriert wird und wird sauer auf Justin.

„Wenn überhaupt, bin ich sauer auf Justin, denn er ist schuld, dass sie sich so nichtswürdig vorkommt […] Wenn sie in seiner Nähe ist, macht sie sich klein.“ (S. 12)

Eigentlich möchte A sich ja nicht in Justins Leben einmischen, aber er beginnt, Rhiannon zu mögen und möchte sie länger als nur einen Tag lang sehen.

„Jahr um Jahr habe ich mit Menschen zu tun, ohne sie wirklich kennenzulernen, und an diesem Vormittag, hier, bei diesem Mädchen, will ich es erstmals wenigstens andeutungsweise wissen.“ (S. 13)

Die beiden beschließen, die Schule zu schwänzen und gemeinsam ans Meer zu fahren. Rhiannon ist dabei von Justins plötzlicher Nettigkeit verwundert, liebt ihn dadurch aber nur noch mehr.

„Justin würde sie auslachen. Justin würde sie umschubsen, in den Sand, und mit ihr machen, was er will. Justin wäre nie hierhergekommen.“ (S. 25)

Am nächsten Morgen allerdings ist A in einem anderen Körper, und nicht mehr in dem von Justin, was bedeutet, dass er Rhiannon nicht sehen kann, worüber er sehr verzweifelt ist.

„Ich will zurück zu ihr. Ich will zurück zu gestern.“ (S. 65)

So beschließt er kurzerhand, mit dem Auto des Mädchens, in dessen Körper er steckt, zu Rhiannons Schule zu fahren und sie zu besuchen. Seine Ausrede: das Mädchen, Amy Tran, zieht mit ihren Eltern bald in den gleichen Ort und will sich schon mal die Schule ansehen.

„Ich entschuldige mich bei Amy Tran, als ich eine halbe Stunde nach dem Aufwachen von ihrem Haus losfahre. Was ich da tue, ist zweifellos eine merkwürdige Art von Kidnapping.“ (S. 69)

Als A Rhiannon schließlich vor ihrem Spind trifft, ist er überrascht, dass sie gegenüber dem fremden Mädchen so offen ist. Sofort bietet Rhiannon ihr an, sie in der Schule herumzuführen.

„Sie hat keine Ahnung, wer ich bin, aber das spricht für sie nicht gegen mich […] Sie hält mir die Hand hin, stellt sich vor und fragt, warum mich niemand herumführt.“ (S. 73)

Aber auch nach diesem Besuch hat A das Verlangen, Rhiannon zu sehen. Doch um sie als Freundin zu haben, muss er ihr sein Geheimnis verraten…

Ich finde das Buch ganz in Ordnung.

Interessant finde ich die verschiedenen Personen, in die A jeden Tag schlüpft. Während des Lesens ist man immer gespannt, welcher Jugendlicher er als nächstes sein wird.

Aufregend finde ich vor allem die Rolle von Rhiannon, die sich, nachdem A ihr von seinem Geheimnis erzählt, immer wieder mit ihm trifft. Bei diesen Treffen, in denen A jedes Mal anders aussieht, merkt man als Leser, wie schwierig es für sie ist, eine feste Bindung zwischen ihr und A aufzubauen. Besonders klar wird das, als A ein Junge ist, der 140 Kilogramm wiegt.

Ich persönlich finde das Buch etwas langweilig. Anfangs ist es noch einigermaßen interessant, in der Mitte des Romans passiert allerdings nicht besonders viel. Ich hätte das Ganze etwas kürzer gefasst. Spannend wird das Buch dann erst wieder gegen Ende, einfach nur, weil man wissen will, wie die Geschichte ausgeht.

Insgesamt empfehle ich „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ nur Leuten, die gerne von einer etwas außergewöhnlichen Handlung lesen wollen und nicht viel Wert auf einen besonderen Schreibstil legen.

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