John Boyne: Der Junge mit dem Herzen aus Holz

Der Roman „Der Junge mit dem Herzen aus Holz“ von John Boyne ist 2012 in deutscher Übersetzung im S. Fischer Verlag erschienen. Er hat 234 Seiten und eignet sich für Kinder ab 10 Jahren.

Das Buch handelt von dem achtjährigen Noah Barleywater, der eines Morgens von zu Hause wegläuft.

„Noah Barleywater ging frühmorgens aus dem Haus, bevor die Sonne aufging, bevor die Hunde erwachten, bevor der Tau aufhörte, die Wiesen zu benetzen.“ (S. 7)

Noah möchte gerne Abenteuer erleben, denn er findet, er hat in seinem Leben noch nicht viel erlebt, anders als sein Freund Charlie Charlton, der in die Zeitung kam, als er der Königin einen Blumenstrauß überreichte. Außerdem möchte Noah aus einem bestimmen Grund nicht zu Hause sein.

„Es war auf jeden Fall das Beste, wenn er losging, um sich alleine in der Welt zurechtzufinden. Immerhin war er schon acht Jahre alt und hatte in seinem ganzen Leben noch nichts Großes geleistet.“ (S. 8)

Noah kommt auf seinem Weg durch mehrere Dörfer, bis er schließlich im nächsten Dorf vor einem Haus stehenbleibt, das ihm sehr seltsam vorkommt, da die Wände schief sind und das Dach aus Holz besteht.

„Die Wände und Fenster waren völlig schief und krumm, manche Ecken ragten hier raus, andere ragten da raus, und nichts passte zusammen.“ (S. 27)

Und auch der riesige Baum, der vor dem Haus steht, fasziniert Noah sehr, obwohl er nicht genau weiß, was er an ihm so besonders findet.

„Noah […] konnte den Blick nicht von dem Baum nehmen. Er hätte zwar nicht sagen können, warum, aber irgendwie ließ dieser Baum ihn nicht los.“ (S. 27)

Während Noah vor dem Haus steht, kommt plötzlich ein Dackel in Begleitung eines hungrigen Esels zu ihm und die beiden unterhalten sich etwas.

„Er […] sah einen schon etwas älteren Dackel, der auf ihn zugetrottet kam, mit einem halben Lächeln auf dem Gesicht. Der Dackel wurde begleitet von einem korpulenten Esel […]“ (S. 28)

Der Dackel erzählt ihm unter anderem, dass das seltsame Haus hinter dem Baum ein Spielzeugladen ist, der von einem alten Mann geführt wird. Und nachdem der Dackel und der Esel sich von Noah verabschiedet haben, öffnet er die Tür des Ladens.

„Und ohne es richtig zu wollen, fasste er nach dem Türgriff, drehte ihn, öffnete die Tür, und ehe er sich´s versah, stand er schon mitten im Laden und die Tür hatte sich hinter ihm geschlossen.“ (S. 40)

Als Noah sich umschaut, bemerkt er sofort, dass alle Spielsachen im Laden aus Holz sind. Und er findet die Spielsachen auf irgendeine Weise besonders.

„Eigentlich sahen die Sachen hier gar nicht aus wie Spielzeug, sondern wie etwas viel Wichtigeres.“ (S. 43)

Nach einiger Zeit kommt der alte Mann die Treppe herauf und begrüßt Noah freundlich. Die beiden unterhalten sich etwas und Noah bemerkt, dass im Spielzeugladen so manches anders ist als bei ihm Zuhause.

„Der Junge wollte etwas Höfliches erwidern und machte schon den Mund auf, schloss ihn aber gleich wieder, weil eine hölzerne Mücke ihm um den Kopf herumsurrte […]“ (S. 61)

Der alte Mann bringt Noah etwas zu Essen und in der Küche entdeckt er eine alte Kiste voller Marionetten.

„[…] fiel sein Blick auf eine große Holzkiste, die neben seinen Füßen auf dem Boden stand. Er wunderte sich, dass sie ihm gar nicht aufgefallen war, als er sich hinsetzte, denn sie war kunstvoll verziert […]“ (S. 79)

Und der alte Mann beginnt, zu jeder Marionette, die Noah aus der Kiste nimmt, eine Geschichte aus seinem Leben zu erzählen. Noah fasst Vertrauen zu dem Mann und erzählt ihm letzten Endes, warum er wirklich von zu Hause weggelaufen ist…

Mir gefällt das Buch nicht sehr gut.

Die ganze Geschichte ist sehr märchenhaft, was ich eigentlich nicht erwartet habe. Da ich Märchen nicht besonders gerne mag, hat mich die Magie und die seltsamen Dinge, die im Spielzeugladen passieren, schon bald genervt.

Ich persönlich finde, die Geschichte liest sich so, als wäre sie für kleine Kinder geschrieben, was vermutlich daran liegt, dass Noah auch erst acht Jahre alt ist. Ich hatte als älterer Leser aber bald keine Lust mehr und denke, dass das Buch für zehnjährige schöner ist, wie der Verlag es auch empfohlen hat.

Am Anfang weiß man zwar noch nicht, warum Noah wirklich von Zuhause ausgerissen ist, schon bald kann man sich aber denken, was der Grund ist, weshalb das Ende, als das Ganze aufgelöst wird, nicht sonderlich spannend ist.

Insgesamt empfehle ich „Der Junge mit dem Herzen aus Holz“ wirklich nur Leuten, die auch gerne märchenhafte Geschichten lesen.

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