
Der Roman „WEIL.“ von Martin Muser ist 2023 im Carlsen Verlag erschienen. Er hat 123 Seiten und eignet sich für Kinder ab 14 Jahren.
Das Buch handelt von den fünf Schülern Manuel, Knut, Selin, Philipp und Esther. Sie wollen gemeinsam ein Wochenende in Rehberg verbringen, einem kleinen Dorf, in dem Esthers Eltern ein Wochenendhaus besitzen, um für ihr anstehendes Abitur zu lernen.
„Wald, Felder und Wiesen säumten die Straße. Esther freute sich auf Rehberg, auf das Haus, auf die Zeit mit den anderen.“ (S. 16)
Auf der Fahrt nach Rehberg sehen die fünf einen Anhalter, der am Straßenrand steht. Ohne großes Zögern halten sie an und nehmen ihn ein Stückchen mit.
„Der Anhalter hatte dünnes strähniges Haar. Seine Gesichtshaut sah blass und durchlässig aus, wie Porzellan […] Nachdem er gefragt hatte, in welche Richtung sie fuhren, öffnete er die Seitentür. Selin machte ihm Platz und wechselte nach vorne zu Esther.“ (S. 18)
Doch schon bald bemerken die fünf, dass der Anhalter ziemlich komisch drauf ist. Als er anfängt, Kommentare zu Philipps dunkler Hautfarbe und Selins türkischer Herkunft zu machen, beschließen die fünf bei einer Pause an der Tankstelle kurzerhand, ohne ihn weiterzufahren.
„‚Wir fahren einfach ohne ihn weiter.‘ Selin sprach aus, was alle dachten.“ (S. 22)
Auf dem weiteren Weg nach Rehberg bemerkt Manuel jedoch, dass der Anhalter seine Tasche im Auto vergessen hat. Nach kurzer Beratung werfen sie die Tasche einfach aus dem Fenster, da sie nicht noch einmal zur Tankstelle zurückfahren wollen.
„‚Der Typ hat sich superscheiße verhalten. Dafür hat er es voll verdient, einfach stehen gelassen zu werden. Dass seine Tasche weg ist, ist einfach Pech für ihn. Niemand hat das gewollt.“ (S. 24)
Die weitere Fahrt verläuft ohne Zwischenfälle und gegen Abend kommen die fünf in Rehberg an. Doch am nächsten Morgen werden sie von lautem Klopfen an der Tür geweckt. Und als Esther öffnet, stehen überraschenderweise der Anhalter, der sich mit Liam vorstellt, sein Bruder Henk und der Freund seines Bruders, Arne, davor.
„Jemand hämmerte mit Nachdruck gegen die Tür […] Esther ging zur Tür und öffnete sie. Überrascht blieb sie stehen. Vor der Tür stand der Anhalter.“ (S. 37)
Liam fordert sofort seine Tasche zurück und lässt nicht locker, als die fünf erzählen, sie hätten sie nicht mehr bei sich. Und auch Henk und Arne wirken etwas einschüchternd.
„‚Weißt du eigentlich, wie viel Uhr es ist? Du kannst uns hier nicht einfach so überfallen!‘ ‚Doch, das können wir.‘ Als hätten sie auf das Stichwort gewartet, traten wie aus dem Nichts zwei Männer von links und rechts neben den Anhalter […] ‚Wo ist die Tasche?‘, sagte der eine und baute sich drohend vor Esther und Knut auf.“ (S. 40)
Nach einer kurzen Diskussion beschließen die fünf schließlich, die Tasche zu holen, um Liam, Henk und Arne zu beschwichtigen. Während Arne mit Philipp und Knut ins Auto steigt, um die Tasche im Gebüsch zu suchen, machen es sich Liam und Henk im Haus bequem.
„Der, den sie Henk nannten, hatte Esther und Knut einfach beiseitegeschoben und war an ihnen vorbei ins Haus gegangen […] ‚Ähm, wo ist denn hier die Toilette?‘ […] ‚Und´n Kaffee wär jetzt nicht verkehrt‘, sagte Henk. ‚Schwarz mit Zucker.‘“ (S. 43)
Es wird schnell klar, dass Liam, Henk und Arne Gewalt über die anderen haben. Aber wie weit das geht, ahnen Knut, Selin, Philipp, Manuel und Esther noch nicht…
Mir gefällt das Buch ganz gut.
Die ganze Geschichte ist auf jeden Fall sehr spannend und man möchte gar nicht mit dem Lesen aufhören, weshalb das Buch relativ schnell zu Ende gelesen ist, da es ja auch sehr kurz ist.
Als Leser kann man sich gut in die Situationen und Gefühle der Figuren hineinversetzen, da es immer wieder einzelne Passagen aus anderen Perspektiven gibt, unter anderem auch von Liam.
Ich persönlich finde die Geschichte besonders gegen Ende hin sehr unrealistisch. Beim Lesen konnte ich mir an manchen Stellen nicht vorstellen, dass so etwas wirklich passieren kann.
Insgesamt empfehle ich „WEIL.“ trotzdem weiter.