
Der Roman „Honig mit Salz“ von Tamara Bach ist 2023 im Carlsen Verlag erschienen. Er hat 159 Seiten und eignet sich für Kinder ab 12 Jahren.
Das Buch handelt von einem dreizehnjährigen Mädchen namens Ari, die gemeinsam mit ihren Eltern Urlaub auf einer Insel am Meer macht.
Besonders toll findet sie das allerdings nicht. Viel lieber wäre sie zusammen mit ihrer besten Freundin Elif weggefahren, mit der sie über ihr Handy in Kontakt bleibt.
„Du fehlst mir jetzt schon. Das wird so öde!!! […] Hau doch einfach ab und komm zu mir! Jaaaaaa! Ich komm jetzt sofort! Das kriegen die eh nicht mit!“ (S. 5/6)
Aris Eltern bemühen sich sehr um einen schönen Urlaub mit der Familie. Doch als Aris Mutter schon kurz nach der Ankunft ihren Laptop rausholt und anfangen muss zu arbeiten, ist Aris Vater sofort genervt.
„‚Das können die doch nicht machen. Du hast doch Urlaub! […] Willst du jetzt etwa wieder heimfahren?‘ […] ‚NEIN!‘, sagt Mama. Sie schaut aus dem Fenster an Papa vorbei. ‚Wir haben hier ja WLAN.‘“ (S. 14)
Dennoch versuchen Aris Eltern, sich nichts anmerken zu lassen und den Urlaub schön zu gestalten.
„‚Dann machen wir halt unser Ding, was? Strand? Wanderungen? Abenteuer!‘ Ari nickt und lächelt Papa zu. Papa nickt zurück.‘“ (S. 15)
Doch Ari bemerkt die angespannte Stimmung zwischen ihren Eltern von Anfang an. Und sie wird auch nicht besser, denn Aris Mutter und Aris Vater haben sehr unterschiedliche Vorstellungen von Urlaub. Während Aris Mutter gerne die Umgebung besichtigt und etwas lernt, möchte Aris Vater lieber am Strand liegen.
„‚Auf dem Weg liegt ein Tempel, den wollte ich mir noch anschauen, weißt du?‘ […] ‚Heute ist Strandtag.‘ […] Papa grunzt.“ (S. 67/68)
Die Streitereien zwischen den Eltern werden schließlich immer häufiger. Ari versucht, dem Ganzen etwas aus dem Weg zu gehen, indem sie sich auf das Dach des Ferienhauses zurückzieht. Doch auch von dort oben hört sie oft die Gespräche ihrer Eltern.
„Ari steigt barfuß aufs Dach und schaut den Himmel an, das Blinken, das nur für sie ist, das flüstert, was alles noch sein wird für Ari […]“ (S. 63)
Ari fängt schließlich an, immer öfter alleine ins Dorf zu gehen, um Zeit ohne ihre Eltern zu verbringen. Eines Tages wird sie dort von einem Jungen angesprochen, der mit einem Freund auf dem Mofa vorbeikommt.
„[…] das Mofa wird langsamer. Der Junge ohne Helm springt ab […] Der Junge lächelt und kommt näher […] ‚What´s your name?‘, fragt er.“ (S. 31/32)
Ari und der Junge, der sich mit Pegasos vorstellt, treffen sich immer öfter. Ari möchte natürlich Elif von ihm erzählen, doch als diese sich plötzlich nicht mehr meldet, macht sich Ari große Sorgen…
Ich finde das Buch nicht so gut.
Man kann sich sehr genau vorstellen, wie sich die einzelnen Figuren fühlen. Besonders in Ari kann man sich sehr gut hineinversetzen.
Das Buch ist relativ spannend, besonders gegen Ende, wo der Leser schließlich erfährt, was mit Elif los ist und auch das schlichte Cover spricht mich persönlich sehr an.
Ich finde einiges an „Honig mit Salz“ jedoch etwas seltsam. Die Urlaubsatmosphäre ist zwar sehr gut beschrieben und man kann sich das Leben im Ferienhaus gut vorstellen, mich hat während des gesamten Lesens aber verwirrt, dass Ari nie mit ihren Eltern spricht. Außer „Ja“ und „Nein“ wird im gesamten Buch kein einziges Mal beschrieben, wie sich Ari unterhält. Eher scheint es so, als ob sie mehr mit Elif schreibt, als die Zeit mit ihren Eltern zu verbringen. Das ist einerseits etwas traurig, andererseits hat es mich sehr verwirrt. Auch die Geschichte mit Elif, die sich plötzlich nicht mehr meldet, finde ich seltsam. Während des Lesens erzeugt diese Unwissenheit zwar Spannung, aber den Grund, weshalb Elif sich nicht gemeldet hat, finde ich persönlich etwas albern (mehr möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten 😉).
Insgesamt empfehle ich „Honig mit Salz“ eher nicht weiter, obwohl mir die Bücher von Tamara Bach bisher immer gefallen haben.