
Der Roman „Rabensommer“ von Elisabeth Steinkellner ist 2017 im Beltz & Gelberg Verlag erschienen. Er hat 187 Seiten* und eignet sich für Kinder ab 14 Jahren.
Das Buch handelt von vier Jugendlichen namens Juli, Ronja, August und Niels, die diesen Sommer zum letzten Mal zusammen verbringen. Nach dem Abitur muss jeder der vier Freunde selber entscheiden, was er von jetzt an macht.
„[…] wir wissen eben alle, dass das unser letzter gemeinsamer Sommer ist. Die letzten paar Wochen zu viert, bevor sich die Lebenslinie verästelt und zu vier unabhängigen Wegen wird.“ (S. 25)
Die Ich-Erzählerin Juli, die mit Nils zusammen ist, weiß schon lange, dass sie studieren möchte.
„[…] und was ich mache, steht eigentlich auch schon lange fest. Studieren. Ab in die Großstadt, weg aus der Provinz.“ (S. 18)
Ihr Freund Nils muss die Klasse wiederholen und bleibt deshalb an seinem jetzigen Wohnort. Und auch August bleibt vermutlich, allerdings weiß er noch nicht genau, was er machen wird.
„Nils bleibt hier […] Was August macht, weiß keiner, auch nicht er selbst.“ (S. 17/18)
Ronja hat beschlossen, nach London zu fahren, um als Au-pair zu arbeiten. Dort leben Verwandte von ihr, denen sie gerne helfen möchte.
„‚Ich geh nach London im September […]’“ (S. 16)
Für Juli sind diese letzten Wochen mit ihren Freunden besonders aufregend. Wegen ihres Studiums fängt sie an, einige Wohnungen zu besichtigen, in die sie einziehen könnte.
„[…] drei Wohnungen. Das ist machbar an einem Nachmittag. Den Stadtplan habe ich dabei, ebenso alle Adressen und die Telefonnummern der Vermieter.“ (S. 34)
Juli hat Glück und bekommt eine der drei Wohnungen, die sie besichtigt. Zusammen mit Ronja beginnt sie, Möbel zu kaufen und die Zimmer einzurichten.
„Ein Auto. Darin: eine Trittleiter, zwei Eimer, Malerwalzen von groß bis klein, eine Stehlampe, ein Teppich, ein Duschvorleger […]“ (S. 49)
Die Tage mit Ronja tun Juli sehr gut, doch gleichzeitig ist sie nachdenklich und fragt sich, ob sie noch Kontakt mit Ronja haben wird, wenn diese erst in London lebt.
„Ob es wohl immer so bleiben wird zwischen Ronja und mir? Lässt sich das Band, das uns bis jetzt so eng verbunden hat, auch über die Monate und Kilometer hinweg dehnen?“ (S. 52)
Die beiden beschließen, zum Abschluss eine Party in Julis neuer Wohnung zu veranstalten. Sie laden einige Nachbarn und natürlich auch August und Niels ein.
Am Tag der Feier ruft Niels Juli allerdings an und teilt ihr mit, dass er nicht kommen kann. Juli ist unendlich traurig und enttäuscht.
„Er kommt nicht. Sagt mir das einfach so nebenbei, hat es nicht mal für notwendig befunden, mich anzurufen. Sich vielleicht zu entschuldigen oder mir eine Erklärung zu liefern […] Dann heule ich los.“ (S. 56)
Juli fragt sich schließlich, ob zwischen ihr und Niels noch alles gut ist und wird unsicher.
„Ist noch alles in Ordnung bei uns?“ (S. 57)
Und dann ist da ja auch noch Sarah, von der jeder weiß, dass sie auf Nils steht…
Mir gefällt das Buch ganz gut.
Die Entwicklung zwischen Juli und Niels hört sich erst einmal sehr kompliziert an. Obwohl ich solche Liebesgeschichten eigentlich nicht mag, hat es mich in „Rabensommer“ nicht sehr gestört, was vermutlich daran lag, dass sich nicht die ganze Geschichte um diese Beziehung gedreht hat.
Das Buch ist meiner Meinung nach in leichter Sprache geschrieben und lässt sich flüssig lesen. Ich bin sehr in die Geschichte eingetaucht und finde, der Leser kann sich gut in die einzelnen Figuren, besonders in Juli, hineinversetzen.
Der Roman hat zudem eine passende Länge. Ich persönlich habe das Buch an einem Tag gelesen, weil man immer wissen möchte, wie es weitergeht und es nie langweilig wird.
Insgesamt empfehle ich „Rabensommer“ weiter.
*Ich habe mich auf die Seitenanzahl im E-Book bezogen