Anne-Ev Ustorf, Maike Dugaro: Mauerpost

Der Roman „Mauerpost“ von Anne-Ev Ustorf und Maike Dugaro ist 2019 im cbj Kinder- und Jugendbuchverlag erschienen. Er hat 335 Seiten und eignet sich für Kinder ab 13 Jahren.

Das Buch handelt von der 15-jährigen Julia in Ostberlin und der 13-jährigen Ines in Westberlin, die eine Brieffreundschaft in den Jahren 1988/1989 führen.

Julia lebt gemeinsam mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder Mirko, den sie sehr nervig findet, im Ostteil der Stadt.

„Ich heiße Julia und wohne […] in Ostberlin. Ich bin 15 Jahre alt und gehe in die 9. Klasse der 22. POS Wilhelmsruh. Mein nerviger kleiner Bruder Mirko auch, aber zum Glück will er nicht mit mir zusammen zur Schule laufen.“ (S. 7)

Ines wohnt mit ihrem Vater und ihrem Hund namens Jacques in Kreuzberg, Westberlin. Ihre Eltern haben sich getrennt, sodass Ines Mutter namens Marion inzwischen nicht mehr bei ihrer Tochter lebt.

„Meine Eltern haben sich […] getrennt, als ich vier war […] Manche würden vielleicht sagen, ich habe überhaupt keine richtige Familie – Vater hier, Mutter da, keine Geschwister […] Aber für mich fühlt sich das total normal an. Ich kenn es ja nicht anders.“ (S. 11)

Ines Großmutter, Oma Ursel, wohnt im gleichen Haus wie Julia. Oma Ursel ist es auch, die den Briefkontakt zwischen den beiden Mädchen vermittelt.

„Seit Oma Ursel zu uns […] gezogen ist, schaue ich oft am Nachmittag bei ihr vorbei […] Dann erzählte Oma Ursel von Dir, ihrer Enkelin aus dem Westen […]“ (S. 8)

Für die beiden ist es sehr gefährlich, sich regelmäßig zu schreiben. Alle Briefe müssen von Oma Ursels Schwester Christa über die Grenze geschmuggelt werden.

„Jetzt gebe ich diesen Brief Oma Ursel, und die wird ihn hoffentlich bald […] Christa geben, die ja bei Euch in der Nähe wohnt, oder? […] Sie ist ab jetzt unsere geheime Brieftaube!“ (S. 9)

Und auch die Eltern von Julia und Ines freuen sich nicht sehr über den geheimen Briefkontakt. Während Julias Vater keine Westkontakte duldet,

„Von unseren Briefen erzähle ich ihnen auch nichts. Westkontakte gehören sich nicht, findet mein Vater.“ (S. 9)

möchte Marion nichts mehr vom Staat hören, aus dem sie geflohen ist.

„Und dann hat er mir noch etwas erzählt […] Dass ja auch meine Mutter als junge Frau die DDR verließ, weil sie dort nicht studieren durfte.“ (S. 29)

Im Laufe des Buches versucht Ines immer häufiger, mehr über die Vergangenheit ihrer Mutter herauszufinden und bald sind Julia und Ines kurz davor, ein Familiengeheimnis aufzudecken…

Mir gefällt das Buch nicht sehr gut.

Den Anhang finde ich sehr interessant. Er gibt viele Informationen über die damalige Situation und es werden einige Fachwörter erklärt. Außerdem findet man am Ende des Buches eine Karte von Berlin.

Die Idee an sich ist eigentlich gut und auch das Thema des Buches finde ich interessant. Für mich wirken die Briefe aber sehr unpersönlich und unecht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass zwei Jugendliche sich so gegenseitig Briefe schreiben würden.

Das Buch ist meiner Meinung nach auch etwas zu lang. Ich hätte die Geschichte etwas kürzer gehalten, da kürzere Briefe auch realistischer wirken würden.

Manchmal haben mich Julias Erzählungen etwas genervt. Beispielsweise schreibt sie, besonders am Anfang, sehr oft über ihren nervigen Bruder. Irgendwann konnte ich das nicht mehr hören.

Insgesamt würde ich „Mauerpost“ nicht weiterempfehlen.

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