Alina Bronsky: Schallplattensommer

Der Roman „Schallplattensommer“ von Alina Bronsky ist 2022 in der dtv Verlagsgesellschaft erschien. Er hat 190 Seiten und eignet sich für Kinder ab 14 Jahren.

Das Buch handelt von der sechzehnjährigen Maserati, die im Laufe des Buches 17 Jahre alt wird. Maserati betreibt zusammen mit ihrer Oma eine kleine Gaststätte in einem Dorf, in der es hauptsächlich Pommes und gefüllte Teigtaschen gibt.

„Es gab Tage, da wurden nur Pommes bestellt […] Es gab auch andere, da wollten alle nur Teigtaschen […]“ (S. 5)

Maserati hat die Schule abgebrochen und arbeitet von morgens bis abends in der Gaststätte. Auch ihre Oma ist pausenlos mit der Herstellung neuer Lebensmittel beschäftigt.

„Oma arbeitete konzentriert und blitzschnell, rotierte beschwingt zwischen der Tiefkühltruhe, der sie die Pommes entnahm, und der Fritteuse, die erschöpft aufzischte […] Omas Hände flogen nur so durch die Luft, kein Tropfen ging daneben.“ (S. 7)

Eines Tages erfährt Maserati, dass das alte Haus am Straßenende verkauft wurde.

„Es war riesig, umgeben von einer hohen, inzwischen bröckeligen Mauer, hinter der sich die Umrisse von Baumkronen und einem gespenstisch verfallenen Haus erahnen ließen.“ (S. 9)

Bevor die neuen Besitzer einziehen, wird die kaputte Villa renoviert, was Maserati nicht sehr gefällt, weil es einerseits sehr laut ist, andererseits die Arbeiter regelmäßig in die Gaststätte kommen und sie dadurch mehr zu tun hat.

„Ab da war es mit der Ruhe im Dorf vorbei. Handwerker aus den Nachbarorten wuselten herum. Omas Gaststätte war schon mittags voll gewesen […]“ (S. 9/10)

Als die neue Familie schließlich das erste Mal die Gaststätte besucht, lernt Maserati die beiden Jungen Theo und Caspar kennen, die ungefähr in ihrem Alter sind. Caspar sieht gut aus und wirkt eher extrovertiert.

„Der eine sah aus, als wäre er gerade vom Surfbrett gestiegen, blondes Haar und kitschig-blaue Augen im gebräunten Gesicht, dazu ein Lächeln, das aus der dunklen Ecke des Raums wie ein Scheinwerfer leuchtete. Bei der Bestellung […] hatte er Maserati angegrinst […]“ (S. 5)

Theo dagegen ist sehr still und in sich gekehrt.

„Der zweite Typ wirkte kleiner, das dunkle Haar fiel ihm ins Gesicht, sodass davon kaum etwas zu erkennen war. Er blickte nur auf seine Hände.“ (S. 5)

Während Caspar immer wieder Maseratis Nähe sucht, hält sich Theo meist in der Villa auf und redet nicht mit den Leuten des Dorfes.

„Theo sah man fast nie im Dorf, aber Maserati gewöhnte sich daran, Caspar […] zu treffen […]“ (S. 29)

Im Laufe des Buches ahnt Maserati schließlich, dass Theo etwas Schlimmes erlebt haben muss. Doch auch Theo und Caspar decken nach und nach Maseratis Geheimnis auf, als sie ihr eines Tages ein Schallplattencover zeigen, auf dem ein Mädchen abgebildet ist, das große Ähnlichkeit mit Maserati hat.

„Auf dem Cover war ein Mädchengesicht abgebildet, dessen rechte Hälfte sich in der Dunkelheit auflöste. Die linke schmiegte sich an etwas, das Ähnlichkeit mit dem Hinterkopf eines Hundes aufwies, aber auch ein ausgestopfter Wolf sein konnte.“ (S. 23)

Maserati erschrickt, verstellt sich aber und streitet die Ähnlichkeit ab.

„‚Man sieht gar nichts‘, sagte Maserati, plötzlich heiser.“ (S. 23)

Doch Theo und Caspar kommen Maseratis Geheimnis auf die Spur. Und auch Maserati erfährt noch einiges über die neue Familie…

Mir gefällt das Buch sehr gut.

Es lässt sich leicht und flüssig lesen. Die Sprache ist relativ einfach, weshalb man gut in die Geschichte hineingezogen wird und sich nicht sehr auf das Lesen konzentrieren muss.

Den Titel „Schallplattensommer“ finde ich sehr passend. Auch das schlichte Cover gefällt mir sehr gut.

Während des Lesens kommen sehr viele Fragen auf, die am Ende nicht alle beantwortet sind. Vieles wird einem erst nach und nach klar, einige Informationen muss man sich aber auch selbst dazudenken. Ich finde, diese Unwissenheit passt sehr gut zum Roman. Für sehr neugierige und ungeduldige Menschen mag dies jedoch etwas störend sein.

Insgesamt würde ich „Schallplattensommer“ weiterempfehlen.

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