
Der Roman „Katzenwinter: Eine fantastische Geschichte“ von Wolfgang und Heike Hohlbein ist 1997 im Verlag Carl Ueberreuter erschienen. Er hat 416 Seiten.
Das Buch handelt von dem vierzehnjährigen Justin, der gemeinsam mit seinen Eltern, seiner Großmutter und ihren zahlreichen Katzen in der Kleinstadt Crailsfelden in einem großen Haus lebt.
„Das riesige Gebäude hatte die Ausmaße eines kleinen Gutshofes und glich mit seinen Erkern, Türmchen, Vorgärten und kleinen Terrassen und Balkonen eher einem Märchenschloss als einer Villa und Justins Mutter hatte es vor sechs Jahren das erste Mal gesehen und sich auf Anhieb darin verliebt […] Justin konnte sich einfach nicht vorstellen, dass er irgendwo anders leben könnte“ (S. 9/10)
Justin fühlt sich in diesem Haus sehr wohl und das, obwohl manche Menschen seine Großmutter als Hexe ansehen, da sie viele fremdartige Steine, Kristalle, Kräuter und Blätter besitzt.
„[…] Justin wusste sehr wohl, dass die Menschen in der Stadt zwar ihre Witze über sie machten, aber auch hinter vorgehaltener Hand über sie redeten. Manchmal blieben Kinder vor dem schmiedeeisernen Zaun stehen, der das Grundstück umgab, und blickten es aus großen Augen an […]“ (S. 8/9)
Seiner Großmutter selbst macht das nicht viel aus, doch Justins Mutter fühlte sich oft unfair behandelt. Dennoch steht sie bis heute immer zu ihrer Schwiegermutter und hat sich inzwischen an die leichte Angst der Bewohner gewöhnt.
„Sie hatte sich wohl mittlerweile daran gewöhnt, von einigen Leuten in der Stadt gemieden und von einigen anderen ganz offen als ‚die Schwiegertochter der Hexe‘ bezeichnet zu werden […] Das war nicht immer so gewesen. In den ersten Jahren hatte sie sehr darunter gelitten […]“ (S. 9)
Und auch Justin macht es inzwischen nichts mehr aus, der Enkel einer „Hexe“ zu sein. Er sieht das ganze Thema mit Humor an und findet seine Großmutter eher abgefahren als unheimlich.
Das ändert sich jedoch plötzlich, als sie eines Tages von der Treppe stürzt. Denn während ihres Falles bemerkt Justin seltsame Dinge, die er nicht einordnen kann.
„Großmutter […] machte einen weiteren Schritt und und setzte ihren Stock und den rechten Fuß auf eine Stufe, die nicht da war […] Justin sah es ganz deutlich, obwohl es unglaublich schnell zu gehen schien. Großmutters Stock und ihr rechter Fuß trafen ins Leere und sie kippte nach vorne […]“ (S. 14)
Justin erzählt seinen Eltern nichts von seinen seltsamen Beobachtungen, denn die beiden haben schon genug damit zu tun, seine Großmutter zu versorgen. Schnell bemerken sie, dass es ihr wirklich schlecht geht und fordern Justin dazu auf, den Krankenwagen zu rufen.
Doch schon hier macht Justin die nächste seltsame Entdeckung. Denn statt Justin zu helfen, ist der Arzt ziemlich gemein zu ihm.
„‚Ich habe gefragt, ob die alte Zicke endlich den Löffel abgegeben hat oder ob sie noch japst […] Sag mal, bist du taub oder einfach nur blöd? Also, jetzt geh hin und sieh nach, ob die Alte noch schnauft, und wenn ja, dann verpass ihr einen kräftigen tritt in die Rippen und die Sache hat sich.‘“ (S. 16)
Justin ist sehr entsetzt und denkt, er wäre durch den Schock verrückt geworden. Und im gleichen Moment ist die Stimme des Arztes wieder normal und freundlich.
„ ‚Ich habe nach deiner Adresse gefragt, Junge‘, antwortete die Stimme aus dem Telefon. Es war noch immer dieselbe Stimme wie zuvor und trotzdem klang sie vollkommen anders. Anstelle des gehässigen Untertones war jetzt eine angespannte Sorge darin.“ (S. 17)
Kurz danach wird Justins Großmutter ins Krankenhaus gefahren und versorgt.
Doch seit dem Moment, in dem seine Großmutter gestürzt ist, hat Justin das Gefühl, dass sich etwas Dunkles über die Stadt senkt. Und immer öfter sieht er seltsame Dinge, von denen er nicht weiß, ob er sie sich nur einbildet oder ob sie wirklich passieren.
Schnell bemerkt Justin jedoch, dass das Ganze etwas mit der Klosterruine auf dem Hügel gegenüber seines Zuhauses zu tun hat und er spürt, dass er der einzige ist, der das Böse zurückhalten kann. Wird Justin das Dunkle rechtzeitig stoppen können…?
Im Laufe des Romans wird beschrieben, wie Justin versucht, Schritt für Schritt herauszufinden, was gerade in Crailsfelden vor sich geht und wie er die Stadt retten kann. Dabei macht er nicht nur Ausflüge auf die alte Klosterruine, sondern lernt auch die Vorgeschichte Crailsfeldens kennen.
Mir gefällt das Buch überhaupt nicht.
Die ganze Geschichte ist total unglaubwürdig und einfach nur verrückt. Ich finde es zwar bemerkenswert, wie viel Fantasie die zwei Autoren haben, finde es aber sehr merkwürdig, wenn beschrieben wird, wie Justin von Ratten angegriffen wird oder in einen Schneesturm in seiner Wohnung gerät.
Viele Wörter sind zudem falsch geschrieben. Mehrmals wurde beispielsweise „mittlerweile“ als „mittlerweise“ geschrieben.
„Er konnte das Mädchen mittlerweise gar nicht mehr sehen.“ (S. 86)
Viele Wörter wiederholen sich in einzelnen Sätzen auch, was sich meiner Meinung nach nicht sehr schön anhört.
„Justin nickte zögernd. ‚Der Hausmeister der Schule‘, antwortete er zögernd.“ (S. 163)
Die ganze Geschichte zieht sich zudem sehr. Das Buch beschreibt eigentlich nur wenige Tage in Justins Leben, da jeden Tag so viele Sachen geschehen, kommt dies aber ganz anders rüber.
Manche Stellen sind zwar spannend, weil man sich überhaupt nicht denken kann, wie es weitergeht, insgesamt schleppt sich die Handlung jedoch und ist oft auch sehr umständlich, da Justin z.B. mehrmals das alte Kloster besucht und man jedes Mal denkt: ‚Jetzt findet er etwas heraus‘ oder ‚Jetzt passiert etwas‘ und er dann doch wieder nach Hause zurückkehrt, ohne etwas erreicht zu haben.
Insgesamt würde ich „Katzenwinter: Eine fantastische Geschichte“ auf keinen Fall weiterempfehlen, außer eingefleischten Fantasy-Fans.