Tamara Bach: Sankt Irgendwas

Der Roman „Sankt Irgendwas“ von Tamara Bach ist 2020 im Carlsen Verlag erschienen. Er hat 124 Seiten und eignet sich für Kinder ab 14 Jahren.

Das Buch handelt von der Abschlussfahrt der Klasse 10b, bei der es wohl einige Probleme gab. So wird es jedenfalls an der Schule herumgesprochen.

„‚Hast du was gehört von der b?‘
‚Wieso gehört? Was ist denn passiert, ist was passiert?‘
‚Auf der Klassenfahrt.‘ 
‚Ich hab gehört, dass die jetzt alle verwarnt sind.‘
‚Wie, verwarnt?‘ 
‚Eine ganze Klasse?‘
‚Ja! Heute Abend ist Klassenkonferenz. Oder Elternkonferenz. Nur mit der b. Und eben der Schulleitung und was weiß ich wem.‘“ (S. 5)

Die außenstehenden Schüler wissen alle nicht genau, was wirklich passiert ist, es gibt aber verschiedene Gerüchte.

„‚Ich hab gehört, die haben was in die Luft gejagt. Am Flughafen.‘ ‚Wie jetzt? Alle haben was in die Luft gesprengt? Wie soll das denn gehen, wer hat das denn erzählt?‘
[…] 
‚Weißte, am Schluss kommt raus, dass eigentlich nur irgendwer eine Zigarette in einen Mülleimer geworfen hat und der ein bisschen vor sich hin geraucht hat.‘ 
Stille Post.‘ 
‚Eben.‘ (S. 6/7)

Und keiner weiß, wo die 10b überhaupt hingefahren ist.

„‚[…] waren die in Spanien? Kann das sein? Spanien?‘ 
‚Gibt´s in Spanien auch Ruinen?‘ 
‚Oder waren die in Frankreich? Ich weiß, dass die in irgendso ein Kaff gefahren sind. Irgendwas Heiliges. Sankt Irgendwas [...]“ (S. 6)

Und tatsächlich: Die Klasse 10b ist mit ihrem Lehrer Herrn Utz und einer Begleitperson Frau Kaiser zu einer „Studienfahrt“, so jedenfalls Herr Utz, gefahren.

„[…] wie auf dem Elternabend schon angesprochen, ist am Ende des Schuljahres für die 10. Klassen […] eine Studienfahrt von einer Woche vorgesehen. Diese wird im Zeitraum vom 10. bis 16. Juli stattfinden, die Teilnahme ist verpflichtend […]“ (S. 19)

Herr Utz ist ein sehr strenger Lehrer und legt viel Wert auf Disziplin und Ordnung. So müssen alle Schüler Referate vorbereiten und auf der Fahrt halten, an denen dann natürlich auch viel ausgesetzt wird.

„Zur Überbrückung hat Svenja ihr Referat über die Tierwelt der Berge gehalten. Und Utz hat gemeckert, weil sie nur so ein paar Schwarz-Weiß-Bilder auf den Handouts dabeihatte, aber das versteh ich auch nicht, was hätte Svenja denn machen sollen? Murmeltiere fangen? Adler schießen?“ (S. 36)

Dazu müssen die Schüler auch ein Protokoll von ihrer Reise verfassen.

Sie wechseln sich täglich ab, doch schon bald merken sie, dass sie das Protokoll niemals Herrn Utz nach der Reise abgeben können, da sie einige Dinge aufgeschrieben haben, die er sicher nicht gerne hören würde.

„[…] ich glaube, wir können das dem Utz nicht geben, dann ist es weg. Dann kriegen wir das Protokoll nie wieder zu sehen. Oder so zusammengekürzt, dass nichts mehr richtig davon übrig ist. Das fänd ich nicht gut. Und Stress gibt es außerdem.“ (S. 52)

So beschließt die Klasse, zu sagen, sie hätten das Protokoll nicht mehr, falls Herr Utz sie danach fragen sollte.

Und wenn der Utz irgendwann fragt, falls der fragt, dann weißt du einfach nicht, wer es hat. Oder du sagst nur, dass du es weitergegeben hast. Aber vielleicht fragt er auch gar nicht.“ (S. 52)

Doch auch so wird die Stimmung gegenüber Herrn Utz immer schlechter, und schon bald passiert etwas Unvorhersehbares…

Mir gefällt der Roman gut.

Da die ganze Geschichte, mal stichpunktartig, mal in einem Text, als Protokoll von verschiedenen Schülern wiedergegeben wird, wirkt sie sehr echt. Das liegt auch daran, dass sich manche Formulierungen wirklich so anhören, als hätten sie Schüler geschrieben.

Vieles ist auch sehr lustig beschrieben, sodass ich oft lachen musste.

Auch das Cover gefällt mir sehr gut. Macht man den Schutzumschlag ab, sieht man ein vollgekritzeltes Buch, auf dem sich die Schüler verewigt oder andere Nachrichten hinterlassen haben.

Viele Erzählungen der Klassenfahrt kann ich auch gut nachvollziehen, da sie so auch oft wirklich passieren.

Der Anfang und das Ende gefallen mir zudem auch sehr gut. Sie werden von außenstehenden Schülern umfasst, die sich darüber unterhalten, was wirklich auf der Klassenfahrt passiert ist und Vermutungen anstellen.

Leider kam mir das gesamte Buch etwas zu lang vor (auch wenn es sich sehr schnell liest und nur 124 Seiten hat). Das liegt daran, dass man sich den gesamten Roman lang fragt, was die Klasse am Ende wirklich anstellt, sodass man meiner Meinung nach leicht etwas ungeduldig wird.

Trotzdem würde ich „Sankt Irgendwas“ auf jeden Fall weiterempfehlen, besonders für Lehrer könnte der Roman lustig werden. 😉

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