
Der Roman „Die Kirsche auf der Torte aller Katastrophen“ von Marie Pavlenko ist 2021 in deutscher Übersetzung im Thienemann Verlag erschienen. Er hat 415 Seiten und eignet sich für Kinder ab 13 Jahren.
Das Buch handelt von einer siebzehnjährigen Abiturientin namens Deborah, die gemeinsam mit ihrer Mutter namens Anna, ihrem Vater namens Paul und ihrem Hund Isidor in Paris lebt.
Deborah versteht sich mit ihren Eltern nicht sonderlich gut. Ihre Mutter entfernt sich immer weiter von ihr und auch ihren Vater sieht sie nur wenig, da er die meiste Zeit arbeitet.
„Meine Mutter war noch nie sehr redselig, doch in letzter Zeit irrt sie wie ein Geist durch die Wohnung, während mein Vater seinen Lebensmittelpunkt ins Büro verlagert hat. Ich ertrage sie beide nicht mehr.“ (S. 13)
Und auch ihren Hund Isidor kann Deborah nicht leiden.
„Isidor ist meine persönliche Zwangsarbeit. Jedes Mal, wenn meine Mutter erledigt von der Arbeit zurückkommt, fleht sie mich an, mit ihm Gassi zu gehen. Mit anderen Worten: jeden Abend. Lieber würde ich einen Nacktschnecken-Smoothie trinken.“ (S. 27)
Und in Deborahs Leben gibt es noch viel mehr Probleme. Denn auch ihre beste Freundin Eloise unternimmt immer weniger mit ihr, da sie neuerdings einen Freund namens Erwann hat. Da Eloise viel mit ihm unternimmt, fühlt sich Deborah oft unbeachtet und fängt an, Erwann zu kritisieren. Und das bessert sich nicht gerade, als sie nicht zu Erwanns Party eingeladen wird.
„Eloise […] hätte […] sich fragen können, was ich denn eigentlich mache, während die halbe Klasse bei diesem Loser herumhüpft. Eloise ist schlicht und einfach die Prinzessin des Egozentrismus. Ein Stinkefinger aus Diamanten ziert ihr Krönchen.“ (S. 93)
Leider hat auch Deborah selbst nicht sehr viel Glück, was ihr Liebesleben betrifft. Victor, für den ihr Herz schlägt, hat bereits eine Freundin namens Adèle. Und auch sonst hat Deborah keine richtigen Freunde in ihrer Klasse. Generell ist sie nicht sehr beliebt und oft wird sie sogar von ihrer Klassenkameradin Tania beleidigt.
„Ich werde […] die Tusse ertragen müssen, sie und ihren gebügelten Pferdeschwanz. Ein ganzes Jahr lang […] Sie ist die, nach der sich alle Jungen umdrehen.“ (S. 17)
Als hätte Deborah nicht schon genug Probleme, muss sie eines Tages auf dem Weg zur Schule mitansehen, wie ihr Vater eine fremde Frau in einem Café auf den Mund küsst.
„Vor meinen Augen beginnt alles zu verschwimmen […] Er hat mich nicht gesehen. ‚Er‘, das ist mein Vater […] Mein Vater, der eine Frau mitten auf den Mund küsst. Eine Frau, die nicht meine Mutter ist.“ (S. 32)
Und nur wenig später begegnen Deborah die zwei auf der Straße, ohne dass ihr Vater sie selbst bemerkt.
„Mein Vater marschiert unter einem riesigen blauen Schirm mit der dämlichen Brünettlocke am Arm direkt auf mich zu […] Mein Vater kann den Blick nicht von ihr lassen […]“ (S. 58/59)
Doch einen Vorteil hat diese Aktion dann doch: Deborah ist durch dieses erneute Wiedersehen sehr geschockt und fängt an zu weinen, sodass Jamal, ein Junge aus Deborahs Klasse, auf sie aufmerksam wird. Und da Jamal ein guter Freund von Victor ist, spricht auch er Deborah an.
Durch Deborahs erste Begegnung mit den beiden bauen die drei ein gutes Verhältnis auf und auch, weil Eloise ihre Zeit nun immer öfter mit Erwann verbringt, treffen sich Deborah, Jamal und Victor immer regelmäßiger.
Wie wird sich die Beziehung von Deborahs Eltern entwickeln und was wird mit Deborah und Victor passieren…?
Im Laufe des Buches wird Deborahs Leben beschrieben. Dabei wird besonders auf die Beziehung zu Victor und das Leben von Deborahs Eltern eingegangen.
Mir gefällt das Buch nicht gut.
Einzelne Teile des Lebens von Deborah sind zwar ganz interessant, es werden jedoch zu viele Themen in den Roman eingebaut, was das Ganze etwas lang macht.
Im Buch habe ich viele Rechtschreibfehler entdeckt und auch die Schreibweise ist etwas merkwürdig. Viele Sätze sind sehr verwirrend formuliert und oft kommen manche Aussagen sehr plötzlich, sodass sie nicht zu dem davor Gesagten passen. Es hat mich viel Überwindung gekostet, über die ersten zehn Seiten zu kommen, wenn man mal ¼ des Romans geschafft hat, gewöhnt man sich jedoch langsam an die Ausdrucksweise. Einzelne Teile sind meiner Meinung auch zu dramatisch dargestellt. Beispielsweise hält Jamal Vogelspinnen. Als sich bei einem Besuch eine seiner Spinnen namens Gertrude in der Wohnung versteckt hat, wird die Reaktion von Deborah sehr übertrieben dargestellt. Generell finde ich, dass Deborah im Roman manchmal zu kindisch beschrieben wird, obwohl sie im Laufe des Buches sogar 18 Jahre alt wird.
Dafür gefällt mir das Titelbild sehr gut. Die darauf abgebildeten Papierschnipsel und vereinzelt ausgeschnittenen Formen wie Augen oder Gummistiefeln passen sehr gut zu der Handlung des Romans (den Zusammenhang erkennt man erst gegen Ende des Buches).
Insgesamt würde ich „ Die Kirsche auf der Torte aller Katastrophen“ aber nicht weiterempfehlen. Das Buch sieht deutlich besser aus als es ist.