Regina Dürig: Katertag: oder: Was sagt der Knopf bei Nacht?

Der Roman „Katertag: oder: Was sagt der Knopf bei Nacht?“ von Regina Dürig ist 2011 im Chicken House Verlag erschienen. Er hat 112 Seiten und eignet sich für Kinder ab 14 Jahren.

Das Buch handelt von einem Teenager namens Nico, der gemeinsam mit seiner kleineren Schwester Sasa und seiner Mutter und seinem Vater zusammen lebt.

Dabei gibt es jedoch ein großes Problem: Nicos Vater ist ständig betrunken und schafft es nicht, damit aufzuhören.

„Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, ob du gesagt hast, es kommt nicht mehr vor. Jedenfalls ist es wieder passiert, innerhalb kürzester Zeit warst du bestimmt ein, zwei Mal in der Woche angetrunken, wenn wir nach Hause gekommen sind. Es war nicht immer gleich schlimm, aber es war deutlich sichtbar […] Wir haben nicht verstanden, dass du dich schon da nicht mehr kontrollieren konntest. Irgendwie ist das sogar heute noch schwer zu begreifen – weil zwischendurch alles wie immer war.“ (S. 32)

Darunter leidet die ganze Familie, besonders für Nico und seine Schwester ist ihr Vater eine andere Person geworden und sie nennen ihn nur noch den „Eunk“.

„Der Eunk. Wir haben dich in dieser Zeit nur noch der Eunk genannt, wenn wir alleine waren. Papa hat einfach nicht mehr gepasst, weil du ihm zwar manchmal noch ähnlich gesehen hast, aber nicht mehr derselbe warst.“ (S. 18)

Und das ist auch nicht verwunderlich: Vieles hat Nicos Vater kaputtgemacht, viele Erlebnisse mit ihm waren für Nico ein Albtraum.

In einem Brief möchte Nico nun all seine Gedanken und Gefühle für seinen Vater aufschreiben, damit dieser versteht, was er Nico angetan hat.

„Falls du diesen Brief bekommst, solltest du wahrscheinlich die Ärzte fragen, ob das okay für dich ist. Denn ich werde alles aufschreiben. Ansonsten bringt es gar nichts. Ich werde alles aufschreiben, immer weiter, ohne später irgendetwas zu streichen. Ich werde alles genauso aufschreiben, wie es passiert ist.“ (S. 12)

Im Laufe des Buches werden Nicos Erlebnisse und Erfahrungen mit der Krankheit seines Vaters beschrieben. Nico erzählt von vielen Momenten, die er am liebsten vergessen würde und man erfährt viel über seine Gefühle und Gedanken.

Das Besondere an diesem Roman ist, dass das ganze Buch als Brief von Nico an seinen Vater, also somit in der Du-Form geschrieben ist.

Ich finde das Buch ganz gut.

Die Idee, den Roman als Brief von Nico an seinen Vater zu schreiben, finde ich ziemlich raffiniert. Das gibt dem Buch noch mal eine ganz besondere Note.

Auch das Titelbild finde ich gut gemacht: Man sieht einige Kronkorken auf Briefpapier und der Titel „Katertag“ passt auch zur Handlung des Buches.

Mir gefällt auch gut, dass der Roman nicht so pädagogisch rüberkommt, wie es vielleicht andere Bücher über irgendwelche Probleme in der Familie tun. Am Ende der Geschichte weiß man nicht sicher, wie es ausgeht und ob Nicos Vater wieder ganz gesund ist.

Das Buch wurde auch nie langweilig, da man nicht immer gleich weiß, was jetzt wirklich passiert ist und das dann erst einige Seiten später aufgedeckt wird.

Leider hat sich die Geschichte sehr schnell fertig gelesen, da das Buch nur 112 Seiten lang ist. Dennoch muss man am Ende des Buches noch mal über die gesamte Handlung nachdenken. Ich habe „Katertag“ auch zweimal gelesen, dann wird vieles klarer.

Wer also gerne dünne, aber trotzdem schwierige Bücher liest, ist bei „Katertag“ genau richtig.

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