Esther Glen: Wir 6 aus Neuseeland

Der Roman „Wir 6 aus Neuseeland“ von Esther Glen ist 2012 im Susanna Rieder Verlag erschienen. Er hat 224 Seiten und eignet sich für Kinder ab 8 Jahren.

Das Buch handelt von dem zwölfjährigen Mädchen Ngaire Malcom, das mit ihren fünf Geschwistern Kathie, Rob, Jan, Jock und Pipi und ihren Eltern in Auckland auf Neuseeland wohnt.

„Schlagt den Atlas […] bei der Weltkarte auf. Ganz weit im untersten Süden, von Australien und Amerika durch kilometerweise blaues Meerwasser getrennt, werdet ihr drei kleine, merkwürdig ausgefranste Inseln finden, die aussehen, als hätten die Wellen während ungezählter Jahrhunderte daran geknabbert wie Mäuse. Aus diesen drei Inseln besteht der Staat Neuseeland. Da leben wir.“ (S. 7)

Eines Tages beschließt Ngaires Vater jedoch, mit ihrer Mutter nach England zu reisen, denn sie ist schon länger krank und kann nur von einem guten Arzt geheilt werden.

„[…] in der Zeit, von der ich erzählen werde […] waren die beiden in England, und Mama war in Obhut eines berühmten Doktors, der sie wiederherstellen sollte. Mama war schon so lange nicht wiederhergestellt gewesen, dass wir uns derart an den Anblick gewöhnt hatten, wie sie auf dem Sofa lag, dass uns gar nicht aufgefallen war, dass sie immer dünner und dünner und täglich schwächer und schwächer wurde.“ (S. 10)

Ngaire und ihre Geschwister können jedoch nicht mitkommen und als ihre Onkel ihren Eltern einen Brief schicken und sie fragen, ob die Kinder nicht zu ihnen kommen könnten, sind ihnen alle sehr dankbar.

„Papa las diesen Brief und die Sorgenfalten verschwanden von seiner Stirn. Mama las ihn und Tränen traten ihr in die Augen.“ (S. 11)

Jock und Pipi wissen nicht recht, was sie von diesem Entschluss halten sollen, doch Ngaire freut sich schon sehr auf die Onkel.

„[…] die anderen wussten nicht recht, ob sie sich freuen oder traurig sein sollten. Aber Kathie, Rob und ich freuten uns. Kein bisschen Traurigkeit bei uns.“ (S. 11)

Und so reisen alle kurze Zeit später zu den drei Onkeln John, Stephen und Dan. Die drei wohnen auch in Neuseeland, jedoch auf einer Schaffarm mitten in der Natur in der Provinz Canterbury.

Für Ngaire und ihre Geschwister ist dies eine große Umstellung, da sie das Landleben nicht gewohnt sind, aber schnell passen sie sich an und Ngaire gefällt ihr neues Leben richtig gut.

„Es war schlicht unmöglich, traurig zu sein oder böse Vorahnungen zu haben, während einem die Zuckerschoten über eine schattige Zypressenhecke hinweg ein fröhliches ‚guten Morgen‘ zunickten und die Luft voller Vogelstimmen war, die sich gegenseitig in den umliegenden Plantagen der Farm zuzwitscherten. Rob und ich flogen beinahe über die weite Rasenfläche, an blühenden Stauden und zart duftendem Flieder vorbei durch ein dunkles Pinienwäldchen und dann über gelbbraunes Land, auf dem überall Grasbüschel wuchsen und ab und zu ein Ginsterbusch oder ein windschiefer Manukastrauch.“ (S. 28)

Und auch Onkel John, Onkel Stephen und Onkel Dan findet Ngaire ganz nett.

Über ein ganzes Jahr verbringt Ngaire mit ihren Geschwistern Kathie, Rob, Jan, Jock und Pipi eine sehr schöne Zeit. Was für Abenteuer werden sie wohl erleben…?

Im Laufe des Buches werden Ngaires Abenteuer, Erlebnisse, Erfahrungen und Entdeckungen auf Kamahi, der Farm der Onkel, beschrieben, es wird aber auch viel auf das gemeinsame Leben mit den Onkels eingegangen.

Ich finde das Buch ganz in Ordnung. Ich würde den Roman nicht unbedingt noch mal lesen, aber es gibt trotzdem einige positive Punkte.

Erst einmal fand ich die Beschreibungen der Natur, die die Kinder erleben, sehr schön und ausführlich beschrieben.

„[…] Jock und ich zogen unsere Schuhe und Strümpfe aus und tauchten unsere Füße ins Wasser. Die Luft um uns herum war sehr heiß und völlig windstill; zarte, flauschige Wölkchen zogen träge hoch über unseren Köpfen dahin. In der Nähe erhob sich eine Lerche aus dem süß duftenden Gras und schickte ihr Lied geradewegs in den blauen Himmel hinauf. Einmal hielt ein seltsamer, bunt gefiederter Vogel mit wilden Augen und einem gefährlich gebogenem Schnabel am Wasserrand inne und flog dann schnell wieder weg.“ (S. 45)

Auch die Abenteuer, die Ngaire und die anderen erleben, sind interessant und spannend.

Trotzdem wird das Buch im Laufe der Zeit meiner Meinung nach etwas langweilig und am Ende scheint es so, als wäre der Autorin nichts mehr eingefallen oder sie hätte keine Lust mehr gehabt.

Man muss aber auch sagen, dass das Buch schon sehr alt ist, die Originalausgabe erschien 1917.

Mir ist im Nachhinein aufgefallen, dass der Roman schon ab 8 Jahren empfohlen ist. Meiner Meinung nach können es auch gut noch ältere Kinder bis 14 Jahren lesen.

Ich würde den Roman „Wir 6 aus Neuseeland“ dennoch eher nicht weiterempfehlen.

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