Tamara Bach: Vierzehn

Der Roman „Vierzehn“ von Tamara Bach ist 2019 im Carlsen Verlag erschienen. Er hat 112 Seiten und eignet sich für Kinder ab 14 Jahren.

Das Buch handelt von dem vierzehnjährigen Mädchen namens Beatrice, die Beh gennant wird. Sie war in den Sommerferien krank und konnte nichts unternehmen, auch nicht mit den anderen Kindern ins Zeltlager fahren. Am ersten Schultag kommt sie nun wieder in die Schule in die neunte Klasse.

„Ihr habt euch den ganzen Sommer nicht gesehen. Sie haben dich den ganzen Sommer nicht gesehen […] Ihr seid alle ein bisschen brauner als vor sechs Wochen. Du hast sie alle vor acht Wochen das letzte Mal gesehen.“ (S. 14/15)

Vieles hat sie vergessen, vieles kennt Beh nicht mehr und sie muss sich erst wieder an die Schule gewöhnen.

„Du hast schon wieder vergessen, wie das geht, erster Schultag. Dass KLS Klassenlehrerstunde heißt. Dass es den Stundenplan eigentlich online gab und ihr gleich gesammelt zur Schulbuchausgabe gehen werdet.“ (S. 16)

Bald gewöhnt sie sich aber wieder an den Unterricht und der Vormittag nimmt seinen Lauf. Beh hat Mathe, Deutsch, Englisch, Kunst und Ethik. Eines ist jedoch anders: Beh wird seltsam behandelt, anders als die anderen Kinder, denn viele Sachen hat sie während ihrer Abwesenheit einfach nicht mitbekommen.

„Man begrüßt sich jetzt also mit Wangenküsschen. Zwei. Das ist neu. Nicht, dass es zwei sind, sondern das Bussibussiding an sich. Du machst mit, gehst die Reihe entlang, Jeanette, Hannah, Emma eins und Emma zwei.“ (S. 14)

Aber bald ist der erste Schultag schon wieder vorbei und als Beh nach Hause kommt, liegt da eine Postkarte für sie im Briefkasten, ein Hund wartet auf sie und dann gibt es ja auch noch das Mädchen mit den Schwimmflügeln…

Im Laufe des Buches wird Behs ganzer Tag Stück für Stück beschrieben. Ihre Fahrt zur Schule, der Unterricht, die Pause, die Rückfahrt, das Gassigehen mit dem Hund einer Bekannten, der Besuch bei ihrem Vater und das Schwimmen im Freibad. Aber auch Behs Sorgen, Ängste und weitere Gefühle werden im Roman beschrieben.

Mir gefällt der Roman „Vierzehn“ sehr gut.

Anfangs kommt man nicht sehr gut in das Buch rein und versteht vieles nicht, die Dinge ergeben aber bald Sinn und am Ende wird das Meiste aufgedeckt.

Der schwierige Einstieg liegt besonders an der Schreibweise der Autorin. Die Sätze sind kurz und abgehackt und, was ich bei anderen Büchern noch nie gesehen habe: Der ganze Roman ist in der Du-Form geschrieben. Das ist etwas verwirrend und man muss sich erst einmal daran gewöhnen, aber nach etwas Lesen fand ich diese Schreibweise sehr passend und verständlich.

„Jeanette ist ein Snickers. So ein großes Snickers. Weil sie angeblich unterzuckert ist.                           Du bestimmt auch.                                                                                                                           Aber du hast kein Snickers.                                                                                                                Du könntest vielleicht fragen, ob sie dich mal abbeißen lässt. So unter Freunden. Bitte. Bitte?                                                                                                                                                 Ist ja auch ein großes Snickers.“ (S. 40)

Was mich auch etwas verwirrt hat, ist der Titel „Vierzehn“ des Romans. Beh ist zwar vierzehn Jahre alt, aber sonst passt der Buchtitel meiner Meinung nach nicht besonders zur Geschichte. Ich hätte das Buch irgendwie anders genannt. Schlimm fand ich den Titel aber nicht.

Ansonsten habe ich aber keine Kritik am Roman. Man könnte vielleicht denken, die Handlung würde etwas langweilig sein, aber das stimmt überhaupt nicht. Auch wenn nur ein einziger Tag in Behs Leben beschrieben wird, bleibt es immer interessant und abwechslungsreich und das Buch ist ja auch nicht besonders lang. (Es war trotz allem sehr schwierig, eine Buchbesprechung zu schreiben, denn es gibt keinen richtigen Spannungsverlauf).

Die Autorin konnte sich aber sehr gut in das Leben einer Vierzehnjährigen hineinversetzen und vieles aus Behs Schultag habe ich auch wiedererkannt. Generell ist der Roman sehr realistisch und man fühlt sich während dem Lesen angesprochen.

Ich würde den Roman „Vierzehn“ also auf jeden Fall weiterempfehlen!

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