Michael Gerard Bauer: Die Nervensäge, meine Mutter, Sir Tiffy, der Nerd & ich

Der Roman „Die Nervensäge, meine Mutter, Sir Tiffy, der Nerd & ich“ von Michael Gerard Bauer ist 2018 übersetzt von Ute Mihr im Hanser Verlag erschienen. Er hat 280 Seiten und eignet sich für Kinder ab 12 Jahren.

Das Buch handelt von einem fünfzehnjährigen Mädchen namens Marguerite Butt, die Maggie genannt wird. Sie lebt allein mit ihrer Mutter zusammen, die beiden Eltern haben sich getrennt und Maggie sieht ihren Vater fast gar nicht mehr, da er sie und ihre Mutter verlassen hat.

„Rückblickend kann ich mich eigentlich nicht an große Streits erinnern, bevor mein Vater ging. Ich erinnere mich weder an zornige Worte noch an Tränen oder Geheul, knallende Türen oder herumfliegende Gegenstände. […] Jetzt lebt mein Vater in Los Angeles. Ich habe ihn […] seit fast zwei Jahren nicht gesehen. Aber an jedem Geburtstag bekomme ich eine Karte und ein bisschen Geld.“ (S.58)

Und auch sonst findet Maggie ihr Leben nicht besonders einfach.

„Mein Leben war [..] nicht gerade ein Ponyhof gewesen, und „drohendes Unheil“ war mehr oder weniger mein Normalzustand.“ (S.7)

Ihr erstes Problem ist „Die Nervensäge“. Die Nervensäge ist ein Mann namens Danny, der eines abends mit Maggies Mutter ins Kino gehen möchte. Das alleine ist für Maggie noch nichts besonderes, da ihre Mutter schon mehrere Dates hatte.

„Aber diese Dates hatten absolut nichts bedeutet. Sie führten zu nichts. […] Aus diesem Grund schrillte nichts bei mir, als die Nervensäge vor unserer Tür auftauchte, um Mum ins Kino abzuholen. Nicht das geringste Klingeln.“ (S.7/8)

Als Maggie Danny dann aber kennenlernt, findet sie ihn etwas merkwürdig, da er plötzlich anfängt zu singen und etwas in Rätseln spricht. Und sie fängt an, ihn als Nervensäge zu bezeichnen.

„Und als die Tür hinter ihm zufiel, hatte sich der singende und beleidigende Verrückte in die Nervensäge verwandelt. Ich spürte schon jetzt, wie sehr er mich nervte.“ (S.26)

Leider kommt „Die Nervensäge“ nun immer häufiger, da Maggies Mutter Danny gerne mag und nicht nervig findet. Und auch Maggie muss oft bei den gemeinsamen Abenden dabei sein und Danny ertragen. Aber das ist noch nicht mal das Schlimmste, denn einige Wochen später bringt Danny eine Katze zu Maggie und ihrer Mutter, die die beiden aufnehmen sollen, da Danny in einem Krankenhaus arbeitet und eine Patientin von ihm, Mrs Monteith, ihn bittet, sich um ihre Katze zu kümmern, solange sie krank ist. Leider ist der Kater namens Sir Tiffy aber etwas ungepflegt und ziemlich hässlich.

„Sein Gesicht war so platt, als würde er am liebsten mit hohem Tempo Kopf voraus gegen Steinmauern rennen. […] Außerdem ragte ein langer Mutanten-Zahn in einem merkwürdigen Winkel aus seinem Unterkiefer, obwohl er den Mund geschlossen hatte, und sein „Fell“ bestand aus wuchernden, grauen Haarbüscheln, die zwischen großen Stellen mit kahlrasierter Haut sprossen.“ (S.100)

Maggies zweites großes Problem ist ihre Begleitung für den Abschlussball der zehnten Klasse. Sie hat nämlich keine.

„Obwohl der Abschlussball bedrohlich näher rückte, watete ich immer noch durch ein Meer von Maggie-Butt-Partner-Bewerbungen! (Das ist natürlich kompletter Unsinn, aber ich möchte es so gern so sagen, denn damit fühle ich mich viiiiiiiel besser.)“ (S.37)

Und ihr drittes Problem ist ihre Note in Englisch. Maggie möchte unbedingt eine Eins erreichen, doch ihre Lehrerin ist etwas strenger bei der Notenverteilung.

„Ich rechnete mir aus, dass ich es mit meinen guten Noten aus dem ersten Halbjahr immer noch schaffen könnte, wenn ich eine glatte Eins für die letzte schriftliche Hausarbeit über Macbeth bekommen und dann bei der Abschlussprüfung auch noch ein Sehr gut hinlegen würde.“ (S.40)

Im Laufe des Buches geht es Maggie aber immer besser. Die Nervensäge wird etwas weniger nervig und auch mit Sir Tiffy schmust Maggie nun einige Male.

„Sir Tiffy zog sich zu mir rauf und drängelte sich neben mich. Diesmal stieß ich ihn nicht weg, sondern ich legte einen Arm um ihn und stützte mein Kinn auf seinen Kopf, während er neben mir schnurrte und rasselnd atmete.“ (S.175)

Und auch den Jungen Jeremy Tyler-Roy findet Maggie sehr nett und sie heckt einen Plan aus, damit sie ihn fragen kann, ob er schon eine Begleitung für den Abschlussball hat.

Mir gefällt das Buch „ Die Nervensäge, meine Mutter, Sir Tiffy, der Nerd & ich“ sehr gut, da Michael Gerard Bauer es mit einer lustigen Sprache geschrieben hat. Maggies Pläne sind ziemlich unterhaltsam und weil trotzdem so vieles schiefgeht, ist alles sehr witzig und man muss beim Lesen sehr oft lachen. Zudem kann man sich gut in Maggie hineinversetzen, denn der ganze Roman ist aus der Ich-Perspektive geschrieben. Das Buch ist außerdem spannend und unterhaltsam, denn es treten immer neue Probleme auf, denen sich Maggie stellen muss. Auch die Figuren haben lustige, aber auch passende Charaktere. Danny ist komisch, schräg und ziemlich lustig, Sir Tiffy ist hässlich, zudem aber auch nett und lieb und Maggie selbst ist ziemlich tollpatschig und verloren.

Insgesamt würde ich den Roman also auf jeden Fall empfehlen.

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