
Der Roman „Skogland“ von Kirsten Boie ist 2005 im Oetinger Verlag erschienen. Er hat 384 Seiten und eignet sich für Kinder ab 11 Jahren.
Das Buch handelt von einem vierzehnjährigen Mädchen namens Jarven, die zusammen mit ihrer alleinerziehenden Mutter lebt. Jarven sebst weiß nicht viel über ihren Vater, da ihre Mutter dieses Thema verheimlicht.
„Immer hatte Mama das Gespräch ganz schnell auf etwas anderes gelenkt, wenn Jarven nach ihrem Vater gefragt hatte.“ (S.23/24)
Und auch sonst ist ihre Mutter immer sehr ängstlich und lässt Jarven nie alleine nach Hause gehen.
„ ‚Du weißt gar nicht, was jungen Mädchen in einer Großstadt alles passieren kann.‘ Noch immer stand die Sonne am Himmel, wenn auch tief. Kinder spielten auf dem Bürgersteig.“ (S.21)
Eines Tages nach der Schule jedoch, sehen Jarven und ihre Freundin zwei Männer, welche ihnen erzählen, dass es ein Filmcasting in der Nähe gäbe. Da alle anderen Kinder aus Jarvens Klasse sofort mitmachen, geht Jarven auch zum Casting, obwohl ihre Mutter ihr das verboten hatte.
„ ‚Das kommt ja gar nicht infrage!‘, sagte Mama […] ‚Hast du verstanden, Jarven? Ich verbiete es dir! So etwas Vulgäres, darauf lässt du dich bitte nicht ein!‘ “ (S.37)
Tatsächlich wird sie dann aber ausgewählt, weil sie die nötige „Ausstrahlung“ hat, wie die Filmleute sagen.
„ ‚Du hast eine Ausstrahlung…‘ ‚…die ist unglaublich!‘, sagte Rupertus. ‚Das haben wir gleich gesagt, als wir dich gesehen haben.‘ “ (S.53)
Jarven soll deshalb für das Wochenende nach Skogland fahren, da die endgültige Entscheidung über die Hauptrolle dort fallen soll. Jedoch ist da noch ihre Mutter, doch die Filmleute können sie schnell über das Telefon erreichen und sie sagt zu und wünscht Jarven viel Spaß. Trotzdem ist Jarven etwas ängstlich und weiß nicht, was sie von der Sache halten soll.
„Sie wusste, dass sie eigentlich vor Glück hätte singen sollen, aber stattdessen fühlte sie sich einfach nur aufgeregt und ängstlich.“ (S.66)
In Skogland angekommen, findet sie alles aber doch ganz interessant, besonders, weil sie die Nachricht bekommt, die Rolle der Prinzessin von Skogland übernehmen zu müssen. Diese hätte nämlich Geburtstag, wäre aber froh, wenn jemand anderes vor das große Volk treten würde. Zudem könnte man so überprüfen, ob Jarven wirklich eine gute Schauspielerin ist.
„ ‚Ein überzeugenderes Casting kann es nicht geben. Wenn es dir gelingt, das Volk von Skogland zu täuschen – dann wissen wir wirklich, dass du das Zeug für die Rolle einer Prinzessin hast. […] Du spielst deine Rolle mit der Zustimmung des Königshauses, mit der Zustimmung der Prinzessin, die froh und dankbar ist, einmal einer solchen Verpflichtung in der Öffentlichkeit zu entgehen.‘ “ (S.92)
Nachdem Jarven ihre Rolle gut gespielt hat und vor das Volk getreten ist, wird sie sogar gebeten, am nächsten Wochenende ihre Rolle noch einmal zu übernehmen, auch, weil der Vater der Prinzessin, welche übrigens Malena heißt, vor kurzem gestorben ist und sie noch etwas Erholung braucht.
„Es war die Idee der Prinzessin […] Malena, unsere unglückliche kleine Prinzessin, bittet dich von ganzem Herzen darum. Sie braucht noch eine Weile Schonung, braucht ihre Ruhe, und du bist ein so hervorragender Ersatz, dass du sie mit deiner Zustimmung sehr glücklich machen würdest.“ (S.132)
Jarven sagt zu. Doch bald bemerkt sie, dass einiges in Skogland nicht mit rechten Dingen zugeht.
Im Laufe des Buches wird weniger Jarvens Rolle, sondern eher die Teilung Skoglands und derer Folgen beschrieben. Skogland besteht nämlich aus zwei Teilen: Den Nord- und den Südskogen. Im Norden haben die Skogen weniger Rechte, wogegen im Süden größerer Reichtum herrscht. Jarven selbst wird darin verwickelt und findet schon bald interessante Dinge heraus, auch über ihre eigene Familie bzw. ihren Vater.
Mir gefällt das Buch sehr gut. Die Handlung bleibt immer spannend und man kann das Ende nicht gleich erraten, wie in vielen anderen Büchern. Zudem fand ich es interessant, die Lebensumstände der Nord- und der Südskogen zu hören. Besonders beeindruckend fand ich auch, dass die ganze Geschichte von Anfang an so gut zusammenpasst. Schon am Anfang des Romans findet man ein sehr wichtiges Wort, das am Ende sozusagen ausmacht, dass Jarven ihren Vater kennenlernt.
Ich würde den Roman also auf jeden Fall empfehlen.