Judith Kerr: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

Der Roman „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ von Judith Kerr ist 1973 in deutscher Übersetzung erschienen und wurde 1974 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Er hat 172 Seiten und eignet sich für Kinder ab 12 Jahren.

Das Buch handelt von einem Mädchen namens Anna, welche 1933 mit nur 10 Jahren vor den Nazis in die Schweiz fliehen muss.

„Papa glaubt, dass Hitler und die Nazis die Wahlen gewinnen könnten. Wenn das geschieht, möchte er nicht mehr in Deutschland leben, solange sie an der Macht sind, und keiner von uns möchte das.“ (S.18)

Ihr Vater selbst ist ein berühmter Schriftsteller und die Familie hat Angst, dass ihnen die Pässe weggenommen werden. Deshalb wohnen sie einige Zeit lang in der Schweiz, ziehen jedoch bald nach Paris und leben anschließend in einer kleinen Wohnung in England. Für Anna und ihren älteren Bruder Max ist das sehr schwierig, denn sie wechseln ständig die Schulen und müssen verschiedene Sprachen lernen. Aber beide finden es auch wissenswert und schön.

„Manches war schwierig gewesen, aber immer war es interessant und manchmal komisch […]“ (S.172)

Auch ihre Eltern leiden unter den vielen Veränderungen, besonders, weil die Familie meist in Geldnot ist.

„Papa verdient nicht viel […], die Pariser Zeitung kann ihm für seine Artikel nicht viel bezahlen, und die französischen Zeitungen haben ihre eigenen Journalisten.“ (S.124)

Trotzdem haben Anna und Max immer Freunde und auch Verwandte unterstützen sie, indem sie Anna neuen Stoff für Kleidung schenken oder die Familie zum Essen einladen.

„Eine meiner alten Damen ist mit einem Textilfabrikanten verheiratet […], er ist sehr reich und schenkt mir alle Stoffreste, die er nicht mehr braucht. […] Warum soll Anna nicht etwas davon haben?“ (S.122)

„Sie waren alle zu einem festlichen Essen bei Fernands eingeladen […]“ (S.141)

Das Besondere an dem Roman ist, dass die Autorin Judith Kerr ihre eigene Geschichte erzählt, da sie selbst mit ihrer Familie 1933 fliehen musste.

Mir gefällt das Buch sehr gut, da ich mich generell für diese Zeit interessiere und auch „Anne Franks Tagebuch“ gelesen habe. Ich finde es besonders interessant, wie Anna lebte und wie sie ihre Flucht empfunden hat. Außerdem sehe ich nochmal ganz anders auf die Geschichte, wenn ich weiß, dass sie wirklich passiert ist. Von „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, gibt es auch zwei weitere Bände, welche ich auch gelesen habe, da ich einen Sammelband besitze. Diese zwei Bände finde ich nicht mehr so interessant wie den ersten, da Anna dann in England bleibt. Der letzte Band „Eine Art Familientreffen“ ist dann auch eher für Erwachsene und gefällt mir nicht mehr. Ich finde ihn auch etwas langweilig. Trotzdem empfehle ich den ersten Band auf jeden Fall, da er sehr interessant, aufregend und unterhaltsam ist.

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