Louise Fitzhugh: Harriet – Spionage aller Art

Der Roman „Harriet – Spionage aller Art“ von Louise Fitzhugh ist 2009 im S. Fischer Verlag erschienen. Er hat 288 Seiten und eignet sich für Kinder ab 10 Jahren.

Das Buch handelt von einem Mädchen namens Harriet, die einmal Schriftstellerin werden möchte, weshalb sie immer ein Notizbuch mitnimmt und dort ihre Gedanken und Meinungen notiert.

„Nach dem Frühstück machte Harriet schnell ein paar Notizen – Bemerkungen über das Wetter, die Köchin und die Krawatte, die ihr Vater heute trug […]“ (S.138)

Besonders gerne schreibt sie über andere Leute und spioniert sie deshalb aus.

„[…] Dieses Jahr habe ich mir die Dei Santi vorgenommen und Little Jo Curry und die Robinsons, Harrison Withers und eine neue, Mrs Plumber. Mrs Plumber ist am schwierigsten, weil ich in den Geschirraufzug muss.“ (S. 14)

Harriet kommt deswegen jedoch in Schwierigkeiten, da ihre Mitschüler ihr Notizheft finden und alles lesen, was darin steht. Sogar ihre Freunde Jenny und Sporti wollen nichts mehr mit ihr zu tun haben und auch ihre Eltern haben nicht viel Zeit für sie, weshalb Harriet bis vor kurzem noch ihr Kindermädchen Ol´Golly hatte, welche aber nun nicht mehr bei Harriet wohnt. Harriet selbst findet das sehr schade, da sie eine sehr gute Beziehung zu Ol´Golly hatte und ihr immer alles erzählen konnte.

„Ich wollte, Ol´Golly käme wieder.“ (S. 164)

Im Laufe der Geschichte wird der Streit zwischen Harriet und den anderen Kindern, Harriets Spionagegänge und auch ihr besonderes Hobby, welches sie aber als „Arbeit“ bezeichnet beschrieben.

„Ich gehe nicht SPIELEN, ich gehe ARBEITEN!“ (S.40)

Auch deshalb gefällt mir das Buch gut. In der heutigen Zeit kenne ich keine Kinder, die ihre Gedanken aufschreiben und ständig ein Notizbuch mit sich herumtragen, aber in „Harriet – Spionage aller Art“ finde ich es sehr interessant erfahren, wie Harriet ihre Freizeit verbringt und was sie alles in ihre Notizhefte schreibt. Auch ich beobachte sehr gerne Leute, weshalb ich Harriets Hobby auch gut nachvollziehen kann. Leider ist das Ende des Romans etwas dramatisch, weil Harriets Mitschüler ja dann ihr Notizheft finden und Harriets Welt deswegen untergeht. Doch den restliche Teil des Buches finde ich gut gelungen. Manchmal finde ich etwas gemein, was Harriet so alles über die anderen Menschen, besonders über ihre Mitschüler denkt und aufschreibt, da sie irgendwie kein anderes Kind richtig mag.

„Was man mit Pinky Weißkopf anfangen sollte:

1) ihn mit dem Gartenschlauch abspritzen;

2) ihn in die Ohren kneifen, bis er schreit:

3) ihm die Hose ausziehen und ihn auslachen.“ (S. 176)

Sogar über ihre Freundin Jenny hat sie beleidigende Dinge aufgeschrieben. Trotzdem würde ich das Buch weiterempfehlen, da die Notizen von Harriet einfach sehr interessant sind. Sie denkt ja nicht nur schlechte Sachen über die Menschen, sondern manchmal auch sehr lustige. Glücklicherweise lernt Harriet am Ende des Romans, dass sie die anderen nicht nur als Objekte für ihre Schreibübungen nutzen darf.

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