
Der Roman „Grüne Gurken“ von Lena Hach ist 2019 im Mixtvision Verlag erschienen. Er hat 221 Seiten und eignet sich für Kinder ab 12 Jahren.
Der Roman handelt von der 14-jährige Lotte, die mit ihren Eltern nach Berlin gezogen ist, weit weg von ihrem Freund Daniel. Sie selbst findet das gar nicht gut und fühlt sich in ihrer neuen Umgebung sehr fremd.
„Ich werfe einen Blick hoch zu unserer Wohnung. Nur in meinem Fenster brennt Licht. Also, ich weiß, dass es mein Zimmer ist. So wie ich weiß, dass man nicht durch null dividieren kann. Es ist bloß: Das Zimmer fühlt sich nicht wie meins an.“ (S.8)
Lotte geht eines Tages in den Späti gegenüber ihrer Wohnung, um dort Milchreis zu kaufen. Als sie eintritt, wirft sie einen riesigen Stapel Dosen um und hat Angst, dass der Kioskbesitzer wütend wird.
„ ‚Oh nein, nein, bitte nicht.‘ , murmle ich. Das interessiert die Dosen natürlich kein bisschen. Die fallen trotzdem. Bestimmt 30 Stück – alles Kichererbsen.“ (S.15)
Der hat aber gar nichts bemerkt, dreht sich um und fragt Lotte plötzlich, ob sie nicht mal kurz für ihn einspringen kann. Lotte ist etwas überfordert und stimmt zu, bereut danach aber ihre Entscheidung.
„Ich merke, wie ich sauer werde. […] Wer weiß, wie lange ich hier noch ausharren muss? Da haut dieser Kiosk-Typ einfach ab, ohne einen Grund zu nennen, und hält es auch noch für selbstverständlich, dass ich mich in seiner Abwesenheit hinter den Tresen stelle.“ (S.21)
Lotte findet es aber dann doch ganz gut, eine kleine Arbeit zu haben und möchte am nächsten Tag gleich noch mal zum Kioskbesitzer, der Yunus heißt, gehen und ihn fragen, ob sie nicht öfters im Kiosk aushelfen darf.
„Ich werde direkt zu Yunus gehen und ihn nach dem Job fragen. Mal ehrlich, was kann schon Schlimmes passieren?“ (S.40)
Yunus sagt zu und Lotte freut sich total.
„Ich kann mein Glück kaum fassen. […] Vor allem freue ich mich, weil ich mir selbst einen Job organisiert habe. Und zwar nicht irgendeinen – sondern meinen Traumjob. […] Hier hinter dem Tresen zu stehen, war das Erste, das mit in dieser Stadt zumindest so was Ähnliches wie Spaß gemacht hat.“ (S.45)
Aber auch Yunus selbst und seine Freundin Miri, die auch regelmäßig in den Kiosk kommt, mag sie sehr. Und immer montags um halb vier kommt ein Junge zum Einkaufen, der genau 10 grüne Gummigurken einpackt. Und wenn sie ihn sieht, ist Lotte immer besonders aufgeregt.
„Meine Gedanken überschlagen sich. Auch mein Herz legt deutlich an Tempo zu. Garantiert komme ich auf mehr als 100 Schläge pro Minute.“ (S.56)
Nur mit ihren Eltern versteht Lotte sich nicht besonders gut. Sie finden es nicht so toll, dass sie im Kiosk arbeitet und finden es besser, wenn sie Gedächtnisapps auf ihrem Handy spielt, um einen Aufnahmetest zu bestehen und in einen Hochbegabtenverein zu kommen. Denn da sind auch all ihre Verwandten.
„Die App besteht aus mehreren Spielen; man muss sich zum Beispiel den kürzesten Weg durch ein Labyrinth merken oder Wörter vervollständigen. Eigentlich gar nicht mal so übel – abgesehen von diesem Warnton. Der setzt superlaut ein, sobald ich mich vertue. Jedes Mal blickt Papa auf. Dann nickt er mir enthusiastisch zu wie ein Coach.“ (S.60)
Im Laufe des Buches wird beschrieben, wie Lotte im Kiosk arbeitet, mit ihren Eltern zurechtkommt und den Grüne-Gurken-Jungen besser kennenlernt. Es wird aber auch von ihren Versuchen berichtet, in den Hochbegabtenverein zu kommen, obwohl Lotte das gar nicht so toll findet.
Mir hat das Buch total gut gefallen und es zählt zu einen meiner (vielen) Lieblingsbüchern. Das beste am Buch sind meiner Meinung die vielen Grafiken von Katja Berlin, da sie sehr lustig sind und gut zur Geschichte passen. Aber auch Lotte fand ich gleich sympathisch, da ich besonders witzig finde, dass sie sehr tollpatschig ist und in den unpassendsten Momenten etwas umstößt. Bücher, in denen Liebe vorkommt oder in denen sich die Hauptfigur verliebt, mag ich nie so gerne, aber hier war das nicht sehr schlimm, da die Liebesgeschichte zwischen Lotte und dem Jungen mit den zehn grünen Gurken, der übrigens Luke heißt, nicht dramatisch war. Ich empfehle das Buch also auf jeden Fall, da es nie langweilig wird, auch wenn man es mehrere Male liest und die Handlung und die Grafiken sehr lustig sind.
Hier noch ein paar Bilder von den Grafiken im Buch „Grüne Gurken“, die mir so gut gefallen haben:


